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Mama, warum trägst Du keinen Helm?19.03.2008
Es gibt viele Gründe, keinen Fahrradhelm zu tragen: Kinder finden ihn unpraktisch, Müttern ruiniert er die Frisur und Väter sind genervt vom Herumschleppen des lästigen Utensils. Dennoch: Fahrradhelme retten Leben. Experten schlagen nun Alarm, denn die Zahl der Radunfälle stieg 2007 erstmals wieder an: „Alle 27 Minuten kommt in Deutschland ein Rad fahrendes Kind zu Schaden“, sagt Nina Osmers, Sprecherin der DAK. Die Krankenkasse ruft deshalb Familien auf, beim Radfahren zuallererst an die Sicherheit zu denken.Risikofaktor Kopfverletzung „Bei Radunfällen stürzen die Betroffenen meist mit dem Kopf voran auf den harten Asphalt“, sagt Prof. Dr. Kurt Ullrich, Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Das verursacht einen Großteil der insgesamt rund 300.000 Schädel-Hirn-Traumata jährlich.“ Diese schwere Kopfverletzung, bei der das Hirn unkontrolliert anschwillt und nicht mehr ausreichend durchblutet wird, ist eine der häufigsten Todesursachen nach einem Unfall. Hirnblutungen und Schädelbrüche sind weitere schlimme Folgen, die häufig auf der Intensivstation oder sogar tödlich enden. Sommerzeit – Unfallzeit Bei Kindern nehmen die Kopfverletzungen besonders in den warmen Monaten zu. Laut Versicherten-Daten der DAK wurden im März des vergangenen Jahres etwa 2.500 Kinder mit Kopfverletzungen gemeldet – im August stieg die Zahl auf über 2.800. Auch wenn nicht alle dieser Verletzungen auf Radunfälle zurückzuführen sind, bestätigt die Unfallstatistik dieses Bild: Rund drei Viertel der Fahrradunfälle mit Kindern geschehen laut Statistischem Bundesamt zwischen Mai und Oktober. Vor allem der Schulweg ist für Kinder gefährlich: 2006 ereignete sich rund ein Viertel aller Unglücke vor oder nach der Schule. Aber auch die Freizeit birgt Risiken. Weitere 23 Prozent verunglückten, als sie in den Nachmittagsstunden auf der Straße spielten. Mit gutem Beispiel voran „Ein Fahrradhelm kann vor schweren Kopfverletzungen schützen“, sagt Professor Ullrich vom UKE. Daher sollten zumindest Kinder unter zwölf Jahren immer einen tragen. Darüber hinaus appelliert die DAK an die Eltern: „Fahren Sie mit gutem Beispiel voran“, sagt Osmers. „Auch wenn die Frisur leidet und die Plastikschale nicht gerade formschön ist – sobald Eltern einen Helm tragen, finden auch ihre Kinder es nur noch halb so schlimm.“ Die Sprecherin warnt jedoch davor, sich dadurch zu sicher zu fühlen und womöglich risikobereiter zu fahren als vorher. Gerade Kinder müssen erst lernen, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten. Dazu zählen zum Beispiel das fehlerfreie Abbiegen, die richtige Geh- und Fahrradwegbenutzung sowie die Vorfahrtsregeln. „Ein sicheres und vorausschauendes Fahrverhalten ist auch mit Helm das A und O“, so Osmers. Tipps für den Helmkauf Qualität muss nicht teuer sein: Schon ab etwa 15 Euro gibt es Helme, die bei Sicherheitstests gut abgeschnitten haben. Unbedingt auf Gütesiegel achten: CE-Zeichen und Normhinweis EN 1078 zeigen an, dass der Helm den gesetzlichen Sicherheitsstandards entspricht. Keinesfalls davon ausgehen, dass Kinder in den Helm „hineinwachsen“: Bis es soweit ist, ist ihr Kopf ungeschützt. Gerade aufsetzen: Weder in den Nacken geschoben noch ins Gesicht gezogen bietet der Helm ausreichenden Schutz. Achtung: Helme nach fünf Jahren austauschen, auch wenn sie optisch unversehrt sind. Das gilt besonders nach einem Sturz.
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