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Was ist eigentlich ein Glyxbrötchen?05.08.2008
In Deutschland werden 300 Brotarten sowie 1.200 Brötchen- und Feingebäcksorten
gebacken. Da kann schon mal der Überblick verloren gehen. Selbst kleine Bäckereifilialen
bieten oft rund 20 verschiedene Brot- und Brötchensorten an, darunter solche, deren Namen
Gesundheit und Fitness versprechen. Doch manchmal sind die Namen so unverständlich wie
die Beipackzettel von Medikamenten. Oder wissen Sie, was ein Glyxbrötchen ist?Glyx ist die von der deutschen Ernährungswissenschaftlerin Marion Grillparzer eingeführte Abkürzung für den Glykämischen Index (GI). Diese Maßeinheit steht für die blutzuckersteigernde Wirkung von Kohlenhydraten. Nahrungsmittel mit einem hohen Glykämischen Index lassen den Blutzucker schnell ansteigen, dadurch wird viel körpereigenes Insulin freigesetzt, was die Fettspeicherung in den Zellen begünstigt. Nach dem Essen hält das Sättigungsgefühl nicht lange an, weil der Blutzuckerspiegel steil nach unten fällt. Die Kategorie des Glykämischen Index’ ist noch recht jung, sie wurde von Diabetesforschern in den USA und Kanada vor rund 30 Jahren entwickelt. Diät-Entwickler machten sich diese Erkenntnisse zunutze. Ihre Theorie: Ob Essen dick macht oder schlank, hängt nicht nur von der Kalorienmenge der Nahrungsmittel ab, sondern hauptsächlich von ihrer Auswirkung auf die Insulinausschüttung. Wer abnehmen möchte, muss danach also keine Kalorien mehr zählen, sondern stattdessen den Glykämischen Index kennen und Nahrungsmittel mit einem niedrigen Wert vorziehen. Der gesunde Effekt dieser Ernährungsweise: Hohe Blutzuckerspiegel werden vermieden, damit sinkt das Risiko, einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln. Und hier kommt wieder unser Glyxbrötchen ins Spiel. Sie ahnen es bereits: Es hat – wenn es seinen Namen zu Recht trägt – im Vergleich zu den anderen Brötchen beim Bäcker einen niedrigen Glykämischen Index. Den hat aber auch ein „normales“ Roggenbrötchen im Vergleich zu denen aus Weizenmehl. Übrigens werden vernünftige Glyx-Diät-Ratgeber keine Lebensmittel kategorisch verbieten. Wer aber zum Beispiel gern Baguettebrot (sehr hoher GI) isst, der sollte es nicht dick mit Butter bestreichen und Salami oder Marmelade obendrauf packen. Tipp: Statt Butter streichen Sie sich Magerquark unter den süßen Aufstrich oder Tomatenmark unter den herzhaften Belag. Tauschen Sie fetthaltige Wurstsorten (Streichwurst, Salami) gegen mageren Schinken oder Putenbrust.
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