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Sport hält Gehirn auf Trab04.03.2008
Regelmäßiges Laufen formt die Schenkel, Gewichte stemmen trainiert den Bizeps und Situps stählen die Bauchmuskulatur - soviel ist bekannt. Neu ist, dass Sport auch unser
Gehirn auf Trab hält. Aktuellen Studien zufolge
schützt körperliche Betätigung vor geistigem Verfall. Das hilft nicht nur dabei, verlegte Autoschlüssel schneller wieder zu finden. Körperliche und geistige Fitness sind auch wesentliche Grundsteine
für eine möglichst lange Unabhängigkeit im Alter.
Wie man die kleinen grauen Zellen in Schwung bringt, verrät Frank Meiners, Diplom-Psychologe bei der DAK.Das bewegte Gehirn Das menschliche Gehirn ist ein kleines Wunderwerk: Sinneseindrücke werden blitzschnell registriert, eingeordnet und abgespeichert. Hierzu sind rund 100 Milliarden Nervenzellen durch unzählige Synapsen miteinander "verkabelt". Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass das Organ ab dem 30. Lebensjahr schrittweise bis zu ein Viertel seiner Masse verliert. Vergesslichkeit und Zerstreutheit galten mit zunehmendem Alter als unausweichlich. Jetzt hat sich herausgestellt, dass sich dieser Prozess aufhalten und sogar umkehren lässt: Bei Teilnehmern einer amerikanischen Studie, die täglich ein kurzes Ausdauertraining absolvierten, wuchsen die Gehirnareale, die sonst im Alter verloren gehen. Der Befund ist eine Sensation: "Das Gehirn lässt sich trainieren wie ein Muskel - und zwar ein Leben lang", sagt Meiners. Workout für die grauen Zellen Wer seinen Körper trainiert, sorgt auch im Gehirn für eine verbesserte Durchblutung und überschwemmt es geradezu mit wichtigen Nährstoffen. Die Folge: Neue Hirnzellen wachsen heran. Dabei kommt es keineswegs auf sportliche Höchstleistungen an, sondern vor allem auf den Spaßfaktor. Wer sich nur missmutig "abstrampelt", bewirkt nämlich genau das Gegenteil: Stresshormone wirken wie ein Nervengift und machen den gerade gewonnenen Leistungszuwachs schnell wieder zunichte. "Es geht nicht um neue Rekorde, sondern um ein moderates Ausdauertraining", sagt Meiners. "Wer dreimal die Woche eine halbe Stunde Walken oder Joggen geht, hält Körper und Geist auf Trab." Wer will, kann den "Denkmuskel" sogar noch gezielter trainieren: Tai Chi, Yoga und Qi Gong fördern die Konzentrationsfähigkeit, beim Jonglieren wird die Koordination von Auge und Hand geschult und Mannschaftssportarten wie Volleyball sorgen für Reaktionsvermögen und räumliche Vorstellungskraft. Schluss mit Schema F! Aber Vorsicht: Um die Zellen dauerhaft am Leben zu erhalten, muss man sie auch mit geistiger Nahrung versorgen. "Routine und Monotonie langweilen unser Hirn", erklärt der DAK-Sprecher. "Schon nach zwei Wochen Strandurlaub sinkt der Intelligenzquotient". Benutzen Sie zum Zähneputzen also einfach mal die andere Hand. Das mag komisch aussehen, ist aber effektiv: Das Hirn muss umdenken, neue Zellstrukturen werden gebildet. Das Gleiche passiert, wenn wir uns eine neue Joggingstrecke suchen oder die Tageszeitung beim Lesen der Kurznachrichten einmal andersherum halten.
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