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Logopäden verhelfen Parkinson-Patienten zu mehr Lebensqualität

11.06.2007
„Eine frühzeitige, gezielte logopädische Therapie kann die Lebensqualität vieler Parkinsonpatienten deutlich steigern. Sie hilft den Patienten, sich ihrer Umwelt weiterhin mitzuteilen und ist zugleich eine präventive Maßnahme gegen sozialen Rückzug und Depression“. Dies sagte die Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl), Dr. Monika Rausch im Vorfeld des 36. dbl-Jahreskongresses. Sie wies darauf hin, dass auch die Lebenserwartung von Parkinsonpatienten durch logopädische Therapie gesteigert werden könne, wenn die in späteren Krankheitsphasen häufig auftretenden Schluckstörungen therapeutisch behandelt werden. Wichtig sei jedoch, dass die Symptome so früh wie möglich erkannt werden.

In Deutschland leiden ca. 150.000 Menschen an Morbus Parkinson, eine Zahl, die angesichts der Veränderungen der Alterspyramide in Zukunft noch zunehmen wird. Hauptsymptome sind die Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Akinese), Muskelsteifheit (Rigor) und Zittern (Tremor). Fast 90% haben auch Probleme mit dem Sprechen. Die Lautstärke ist stark reduziert, die Stimme monoton und rau, die Artikulation ungenau oder das Sprechtempo viel zu hoch. Zunehmend wird auch die Mimik eingefroren, was die Kommunikation zusätzlich erschwert. „Aufgrund des schleichenden Verlaufs bemerken viele Betroffene ihre leise Stimme selbst nicht. Dies macht die therapeutische Arbeit besonders schwierig“, so die dbl-Präsidentin.

Logopädische Maßnahmen setzen an dieser Stelle an: „Sei laut“ ist das Schlüsselwort des Lee-Silverman-Voice-Treatment (LSVT), einem logopädischen Therapieverfahren, dessen Wirksamkeit auch von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) anerkannt ist. Bei frühem Therapiebeginn und kurzer (4 Wochen), hochfrequenter (4 x pro Woche) Übung gelingt es, die Patienten in die Lage zu versetzen, mit normaler Lautstärke im Alltag zu kommunizieren. „Trotz fortschreitender Krankheit hält diese Fähigkeit einschlägigen Studien zufolge zwei Jahre an, sofern die Patienten die Übung beibehalten und ihre Lautstärke mit Hilfe der Logopädin in halbjährlichen Abständen immer wieder auf das richtige Maß bringen“, so Dr. Monika Rausch.

Neben Sprechstörungen treten bei Parkinson-Patienten in späteren Phasen der Erkrankung oft auch Schluckstörungen (Dysphagieen) auf, die häufig zu Lungenentzündung und letztlich zum Tode führen. Ein erstes Kennzeichen hiefür ist der Speichelaustritt zwischen den Lippen. „Logopädische Übungen, mit denen der Schluckablauf gekräftigt wird und durch die Strategien erlernt werden, häufiger zu schlucken, können nicht nur lebensgehährliche Lungenentzündungen vermeiden helfen, sondern auch die Lebensqualität insgesamt verbessern und zu sozial akzeptabler Speichelkontrolle verhelfen“ so die dbl-Präsidentin.



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