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Hightech für die Augengesundheit05.09.2007
Bei der gefährlichen Augenerkrankung Grüner Star (Glaukom) reicht die alleinige
Messung des Augeninnendrucks und die Sehnervenuntersuchung mit
herkömmlichen Methoden nicht aus, um eine klare Diagnose zu stellen. Diese
Auffassung vertraten internationale Experten beim Welt-Glaukom-Kongress,
der kürzlich in Singapur stattfand. Moderne Mess- und Testmethoden könnten
hier für mehr Sicherheit bei Patienten und Augenärzten sorgen.Vom Grünen Star sind in Deutschland mehr als 800.000 Menschen betroffen. Meist ist es ein zu hoher Druck im Auge, der nach und nach den empfindlichen Sehnerven zerstört und so das Sehvermögen mehr und mehr einschränkt – und das völlig schmerzfrei. Häufig bemerken die Betroffenen die Krankheit deshalb erst, wenn der Schaden bereits sehr groß geworden ist. Augenärzte raten daher schon lange dazu, die Augen spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig auf ein beginnendes Glaukom prüfen zu lassen. Die standardmäßige Glaukom-Früherkennungsuntersuchung besteht aus einer Messung des Augeninnendrucks, einem Gesichtsfeldtest und der optischen Kontrolle des Sehnerven durch den Augenarzt. Als Basis-Früherkennungsprogramm sei dies zwar akzeptabel, so die Experten-Meinung in Singapur, doch sei inzwischen klar, dass mit moderneren Verfahren eine frühere und eindeutigere Diagnose möglich ist. So sei schon länger bekannt, dass bei einem Drittel der Glaukom-Patienten der Druck im Auge durchaus im normalen Bereich liegt, der Sehnerv aber dennoch geschädigt wird. Mit der Druckmessung alleine könne man also ein Glaukom nicht immer entdecken. Genauere Ergebnisse liefere beispielsweise eine Retina- Tomographie, bei der die Netzhaut und der Sehnerv von einem Laser abgetastet wird und man anschließend anhand eines Computer-Ausdrucks beurteilen kann, wie hoch das persönliche Glaukom-Risiko ist. Optimal geeignet sei dieses Verfahren auch, wenn die Therapie eines Glaukoms mit entsprechenden Augentropfen auf ihre Wirksamkeit hin optimal kontrolliert werden soll. Weiter verfeinert werden könne die Diagnose noch durch eine Untersuchung der Nervenfaserschicht in der Netzhaut und eine detaillierte Prüfung des Gesichtsfelds mit hochmodernen Apparaten. Mit solchen Verfahren sei es möglich, ein Glaukom einige Jahre früher zu erkennen, als dies bisher der Fall war. Und natürlich könne man dann auch früher mit einer wirksamen Therapie beginnen, die den Grünen Star stoppt, bevor der Sehnerv ernsthaften Schaden nimmt. In Deutschland werden diese Hightech-Untersuchungsmethoden derzeit vor allem von sogenannten Augendiagnostikcentern und einigen Augenkliniken angeboten (eine Liste mit Adressen findet man im Internet unter www.badc.de). Die Kosten hierfür müssen die Patienten allerdings selbst tragen, denn die gesetzlichen Krankenkassen kommen dafür ebenso wenig auf wie für die Standardfrüherkennung. Daher würden die verbesserten Diagnosemöglichkeiten hierzulande noch viel zu selten genutzt, beklagt die Initiative Auge e.V., der größte Selbsthilfeverband von Glaukom-Patienten in Deutschland.
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