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Extremsport: Lebensgefährlicher Salzmangel durch zu viel Trinken

18.09.2007
Bei extremen Ausdauersportarten wie einem Marathonlauf verliert der Körper über den Schweiß eine größere Menge Salz. Wenn die Sportler beim Wettkampf dann viel Flüssigkeit zu sich nehmen, kann es zu einer lebensgefährlichen Wasserüberladung im Blut kommen, warnen Nierenexperten in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2007).

Anlass der Warnung ist der Fall einer Freizeitsportlerin. Die schlanke 45-Jährige hatte am Frankfurter “Ironman” teilgenommen, einer verschärften Form des Triathlons. Nachdem sie 3,8 Kilometer geschwommen und 180 Kilometer Rad gefahren war und dann noch einen Marathon erfolgreich absolviert hatte, brach sie mit einem Krampfanfall zusammen. An der Universitätsklinik diagnostizierten das Ärzteteam um Dr. Sophie Richter Wasseransammlungen (Ödeme) in Gehirn, Lunge und anderen Geweben. Ursache war ein extremer Abfall der Natriumwerte im Blut, also ein Salzmangel, schreibt die Medizinerin. Natrium regelt im Körper die Verteilung des Wassers zwischen verschiedenen Zellräumen. Bei einem Natriummangel im Blut tritt Wasser in das Gewebe über. Es kommt zum Ödem.

Besonders gefährdet seien Frauen und Personen mit niedrigem Körpergewicht, weiß die Expertin. Für die Ödeme macht sie einmal den Salzverlust beim Schwitzen verantwortlich. Noch wichtiger sei jedoch gewesen, dass die Frau sich während des Wettkampfes reichlich an den kostenlosen Ausgabestellen bedient und viel Wasser getrunken habe. Das Wasser gelangte ins Blut, wo es den Salzmangel verstärkte. Es kam zu einer "Wasserintoxikation", einer Vergiftung durch zu viel Trinken.

Natriummangel ist eine häufige Komplikation bei extremen Ausdauersportarten, berichtet die Medizinerin. Viele Sportler seien der falschen Ansicht, dass sie viel trinken müssten, um die Verluste durch das Schwitzen auszugleichen. Sie würden den Salzmangel jedoch verstärken. Auch Sportgetränke könnten dies nicht verhindern. Die Sportler müssten lernen, bei den Rennen nicht zu viel zu trinken. Dr. Richter rät zu regelmäßigen Gewichtskontrollen im Training und zur Verringerung der Versorgungsstationen bei den Rennen. Dann würden die Sportler die Rennen ohne Gefahr eines Salzmangels überstehen. Auch ihre Patientin hat sich erholt und inzwischen an einem weiteren Triathlon teilgenommen – mit einer exzellenten Wettkampfzeit und ohne anschließenden Aufenthalt in der Uniklinik.

S. Richter et al.:
Schwere Hyponatriämie mit Lungen- und Hirnödem bei einer Ironman-Triathletin.
DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007; 132 (36): S. 1829-1832



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