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Die zehn wichtigsten Fragen zu Zahnimplantaten27.03.2007
Immer mehr Menschen wählen nach Verlust eines oder mehrerer Zähne Implantate als modernen Zahnersatz. Grund: Implantate stehen echten Zähnen in ihrer Funktion und im äußeren Erscheinungsbild in nichts nach. Kommen Betroffene dann aber wirklich in die Situation sich für Zahnersatz entscheiden zu müssen, kommt eher Unwissenheit zum Vorschein. Dr. med. dent. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnklinik Rhein-Ruhr und Spezialist für Implantologie, antwortet auf die häufigsten Fragen. Was ist eigentlich ein Implantat? Speziell ausgebildete Implantologen platzieren Zahnimplantate direkt in den Kiefer-knochen, um verloren gegangene Zähne ästhetisch und funktional zu ersetzen. Im Gegensatz zu herkömmlichem Zahnersatz übernehmen Implantate auch die Funkti-on der Zahnwurzeln. Dadurch gelten sie als feste und äußerst belastungsfähige Einheit. Woraus besteht es? Ein Implantat besteht in der Regel aus zwei Komponenten. einer künstlichen Wurzel, die der Arzt direkt in den Kieferknochen setzt und die meist aus dem Metall Titan oder Zirkonoxid besteht, sowie einem Verbindungsstück. Auf diesem Pfeiler können Implantologen dann einen äußeren Aufsatz, die sogenannte Suprakonstruktion – in Form einer Krone, Brücke oder Prothese –, anbringen. Wie setzt der Arzt Implantate? Die künstliche Zahnwurzel, meist zwischen acht und 16 Millimeter lang, setzen Experten entweder in Form einer Schraube oder eines Zylinders in den Kieferkno-chen. Eine spezielle 3-D-Planungssoftware erkennt zudem automatisch die günstigs-te Implantatposition, indem sie Länge des Bohrloches und Lage sensibler Strukturen wie Nerven, Gefäße und Kieferhöhle exakt bestimmt. Eine 3-D-Navigation setzt anschließend die genaue Planung um, so können die Experten das Implantat mit höchster Präzision einsetzen. Unter örtlicher Betäubung verspüren Patienten während der Behandlung keine Schmerzen. Besonders bei mehreren Implantaten führen die meisten Ärzte auf Wunsch die Behandlung auch unter Vollnarkose durch. Was gilt es nach der Operation zu beachten? Ähnlich allen zahnärztlichen Behandlungen gibt es auch bei Implantatwurzeln sogenannte Einheilphasen, in denen Patienten bestimmte Regeln einhalten müssen. Starkes Rauchen sollten sie in den ersten zwei Wochen ebenso vermeiden wie zuviel Kaffee oder Alkohol, um eine bessere Wundheilung zu gewährleisten. Auch wichtig: Die Implantatstelle in den ersten Wochen nur mit weichen Bürsten pflegen. Für wen eignet sich ein Implantat? Entgegen früheren Annahmen, dass bei bestimmten Erkrankungen wie beispielsweise einem Diabetes keine Implantation erfolgen sollte, stellt diese heute kein Problem mehr dar. Dazu muss der Kieferknochen jedoch über ausreichend Substanz verfü-gen, um einen sicheren Halt des Implantats zu gewährleisten. Weist er nicht die erforderliche Dichte auf, ermöglichen Implantologen durch speziellen Kieferknochen-aufbau dennoch das Schließen entstandener Lücken. Stellt der Zahnarzt vor der Behandlung andere Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen fest, müssen diese zuerst behandelt werden und ausheilen. Welche Vorteile bietet ein Implantat? Da Implantate wie echte Zähne fest im Mund sitzen, erfüllen sie nicht nur optimale Kau-, Beiß- und Sprechfunktionen, sondern die Kaukräfte wirken sich positiv auf den Kieferknochen aus. Bei herkömmlichem Zahnersatz bleibt der Kieferknochen unbelastet und bildet sich mit der Zeit zurück – gefolgt von der Gefahr, dass sich benachbarte Zähne lockern. Wenn Zahnärzte Brücken setzen, müssen sie zudem beide Nachbarzähne beschleifen, um einen sicheren Halt zu gewähren. Dadurch verringert sich der Zahnschmelz, was die Zähne wiederum für Bakterien angreifbar macht. Wie sicher sind Implantate? Rund 500.000 künstliche Zahnwurzeln setzen Experten jedes Jahr in Deutschland, weltweit haben sie sich schon millionenfach bewährt. Fälle von Unverträglichkeiten oder allergische Abwehrreaktionen sind nicht bekannt. Was zeichnet einen guten Implantologen aus? Prinzipiell gilt: Je mehr Implantate ein Arzt während seiner implantologischen Karriere gesetzt hat, umso unwahrscheinlicher sind Komplikationen. Patienten sollten sich nicht scheuen, ihren Zahnarzt direkt danach zu fragen. Zusatzausbildungen geben dem Patienten darüber hinaus Aufschluss über Qualifikationen des Arztes. Kassenpatienten sollten zudem darauf achten, dass der behandelnde Arzt über eine Kassenzulassung verfügt, um von den Krankenkassen den Zuschuss zu erhalten. Was kostet ein Implantat? Die Kosten für ein Implantat variieren je nach Diagnose und Materialwunsch des Patienten. Auch gibt es je nach Anzahl der zu setzenden Implantate entsprechende Rabatte. Prinzipiell bieten die Ärzte Einzelimplantate mit voll verblendeter Krone ab 2.000 Euro an. Gesetzliche Krankenkassen zahlen einen befundorientierten Festzuschuss, solange eine zahnprothetische Therapie notwendig ist. Private Zahnzusatzversicherungen, aber auch private Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Behandlung bis zu 100 Prozent. Erfordert ein Implantat spezielle Pflege? Patienten pflegen Implantate wie eigene Zähne, also am besten nach jeder Mahlzeit. Bei der Wahl der Zahncreme sollten sie auf Schmirgelkörper und Interdentalraum-bürsten mit Metall verzichten, da diese Implantatmaterialien beschädigen. Bakterien setzen sich – wie bei echten Zähnen – besonders am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch fest. Dieser Bereich erfordert ebenfalls eine gründliche Reinigung. „Zuverlässig gepflegt und regelmäßig kontrolliert, halten Implantate aber ein Leben lang“, schließt Dr. Sliwowski. Weitere Informationen unter www.zahnklinik-rhein-ruhr.de
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