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Die größten Erkältungs-Irrtümer

11.12.2007
Eine Erkältung hat so gut wie jeder schon einmal gehabt. Daher kann auch fast jeder etwas zum Thema Erkältung beisteuern: einen gut gemeinten Rat, eine Erklärung, die Empfehlung eines Hausmittels. Aber sind diese Erklärungen und Ratschläge immer richtig? Hier werden die hartnäckigsten Erkältungs-Irrtümer enttarnt.

Erkältung, grippaler Infekt, Grippe – das ist alles dasselbe.
Stimmt nicht. Richtig ist: Die Symptome einer Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet wird, und die der Grippe ähneln sich tatsächlich sehr. Aber im Gegensatz zur ungefährlichen Erkältung ist eine echte Grippe, die Influenza, eine schwere Erkrankung. Sie kann lebenswichtige Organe wie die Lunge oder das Herz in Mitleidenschaft ziehen und bedrohlich hohes Fieber auslösen. Eine Grippe beginnt sehr plötzlich und äußert sich durch starke Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber von über 38,5 Grad Celsius. Schnupfen hingegen ist für eine Grippe untypisch und lässt in der Regel eher auf eine Erkältung schließen. Während ein grippaler Infekt nur ein paar Tage andauern kann, benötigt das Immunsystem zwei bis drei Wochen, um sich gegen eine echte Grippe durchzusetzen. Ärztliche Betreuung wird dabei dringend empfohlen. Sowohl der grippale Infekt als auch die Grippe werden durch eine Virusinfektion hervorgerufen. Die Viren, die zu einer Erkältung führen, sind zahlreich und extrem anpassungsfähig. Eine Grippe wird hingegen immer vom „Influenzavirus“ ausgelöst, das hartnäckiger und gefährlicher ist. Influenzaviren sind nicht so wandlungsfähig wie Erkältungsviren, deshalb ist eine Impfung zur Abwehr möglich.

Eine Erkältung bekommt man nur im Winter.
Stimmt nicht ganz. Richtig ist: Erkältungen bzw. grippale Infekte und auch die "echte Grippe" treten tatsächlich gehäuft in der kalten Jahreszeit auf. Das hängt vor allem damit zusammen, dass wir uns dann meist in geschlossenen Räumen aufhalten, wo sich die Viren gut ausbreiten können. Mangelnde Bewegung und Frieren bei zu dünner Kleidung können das Immunsystem schwächen und anfälliger für eine Infektion machen. Aber auch im Sommer kann es zur Übertragung von Viren kommen. Dies geschieht vor allem dort, wo Menschen sich dicht aneinander drängen und die Viren nur kurze Strecken zurücklegen müssen, wie z. B. im Freibad, auf Straßenfesten oder bei Bus- und Flugreisen. Zudem trocknen die Schleimhäute der Atemwege durch Klimaanlagen leicht aus und werden anfällig für Infektionen. Deshalb ist es wichtig, Kältefallen zu meiden: Die lauern z. B. in klimatisierten Räumen, in Flugzeugen und PKW sowie überall dort, wo Zugluft herrscht. Häufiges Händewaschen kann vor einer Ansteckung schützen.

Küssen ist bei Erkältung tabu – die Ansteckungsgefahr ist zu hoch.
Stimmt nicht ganz. Richtig ist: Die Erkältung wird durch die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen. Die Ansteckung erfolgt beim Kontakt mit infizierten Personen, manchmal schon beim Aufenthalt im selben Raum. Schnupfenforscher fanden jedoch heraus, dass eine Übertragung der Erkältungsviren durch Küssen äußerst selten vorkommt. Sie vermuten, dass die Viren mit dem Speichel in den Magen gelangen, wo die Magensäure sie zersetzt. Küssen stärkt sogar die körpereigene Abwehr, denn wer engen Kontakt zu Freunden pflegt oder sogar verliebt ist, hat schon viel für sein Immunsystem getan. Viel häufiger kommt es vor, dass man jemandem die Hand schüttelt, der sich dieselbe gerade beim Husten oder Niesen vor das Gesicht gehalten hat und die Viren, in kleine Speicheltröpfchen gehüllt, an uns weitergibt.

Gegen Erkältung kann ich mich impfen lassen.
Stimmt nicht. Richtig ist: Die sogenannte Grippeschutzimpfung beugt ausschließlich der Ansteckung mit Influenzaviren vor. Vor einem grippalen Infekt, also einer Erkältung, schützt sie nicht. Die Viren, die grippale Infekte auslösen, sind vielfältig und verändern sich ständig. Sie lassen dem Immunsystem keine Zeit, sich darauf einzustellen oder zu lernen. Deshalb gibt es gegen Erkältung keine Impfung. Medikamente können aber die lästigen Symptome lindern, z. B. Grippostad® C. Es wirkt schmerzstillend, fiebersenkend lässt die Nasenschleimhaut abschwellen. Das enthaltene Vitamin C stärkt das Immunsystem und hilft ihm, die Viren zu bekämpfen.

Eine Ansteckung über das Haustier ist nicht möglich.
Stimmt nicht. Richtig ist: Auch zwischen Mensch und Tier können Erkältungsviren übertragen werden. Egal ob Hund, Katze oder Hamster: Einen Schnupfen können sich alle einfangen. Medikamente sollten aber nicht ohne Rat des Tierarztes verabreicht werden, schon gar nicht Medikamente für Menschen. Hausmittel, wie das Inhalieren von Kamillendämpfen, tun hingegen auch Haustieren gut. Trotz aller Liebe: Wenn Mensch oder Tier erkrankt ist, besser Abstand halten, denn sich selbst oder den haarigen Liebling will sicher niemand anstecken.

Bei Erkältung hilft ein Antibiotikum.
Stimmt nicht. Richtig ist: Antibiotika können viele Arten von Bakterien bekämpfen. Erkältungen werden jedoch von Viren hervorgerufen. Gegen die sind Antibiotika wirkungslos. Bakterien kommen allerdings ins Spiel, wenn die Schleimhäute von der Virusinfektion geschwächt und damit durchlässiger werden. Sie sind dann anfälliger für Folgeinfektionen mit Bakterien. Diese bakteriellen Entzündungen können mit einem Lokalantibiotikum, z. B. Locabiosol®, bekämpft werden.

Eine Erkältung kann man in der Sauna ausschwitzen.
Stimmt nicht. Richtig ist: Die Aussage „Wer schwitzt, wird gesund“, bezieht sich auf den Schweiß, den der Körper produziert, um fiebersenkende Verdunstungskälte zu erzeugen. Wer diesen Prozess jedoch mit Saunagängen zu beschleunigen versucht, tut sich nichts Gutes. Der rasche Temperaturwechsel bei einem Saunabad bedeutet für den geschwächten Körper zusätzlich Stress. Regelmäßige Saunagänge helfen zwar, die körpereigene Abwehr zu stärken und Erkältungskrankheiten vorzubeugen. Hat es einen aber erwischt, ist die Sauna tabu. Sie kann sogar dazu beitragen, dass sich die Erkältung noch verschlimmert.



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