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Dem Kater auf den Pelz rücken01.02.2008
Tipps gegen den Kater haben Hochkonjunktur. Ganz ohne Alkohol ist die fünfte Jahreszeit für viele Menschen kaum
vorstellbar.
Grund genug, alte Hausmittel und neue Geheimtipps gegen
den alkoholbedingten Brummschädel auf den Prüfstand zu
stellen. Denn wer es nicht lassen kann, „einen über den Durst“
zu trinken, der kann zumindest dafür sorgen, das böse Erwachen
am Morgen danach etwas sanfter zu gestalten.Was ist die Ursache für den Katzenjammer? Um Strategien gegen den Kater zu entwickeln, ist es hilfreich zu wissen, was zu viel Alkohol im Körper anrichtet. Zwei Stoffe spielen dabei die Hauptrollen. Vom einen gibt es durch den Alkoholkonsum zu viel, vom anderen zu wenig. Mangel an Vasopressin Alkohol hemmt die Ausschüttung des Hormons Vasopressin im Hypothalamus, das den Wasserhaushalt der Nieren regelt. Die Nieren scheiden dadurch zu viel Wasser aus. Mit dem Wasser gehen wichtige Mineralstoffe verloren, die dem Gehirn und dem ganzen Körper fehlen und die Aktivität der Nervenzellen hemmen. Der verstärkte Harndrang in der Nacht hat außerdem zur Folge, dass durch den Toilettengang die dringend benötigte nächtliche Ruhe unterbrochen wird. Da Alkohol auch die nächtliche Melatoninausschüttung hemmt, ist der Schlaf ohnehin schon erheblich gestört. Der aus diesen Faktoren resultierende schlechte und uneffiziente Schlaf ist ein häufig unterschätzter Faktor für den Morgenkater und die Kopfschmerzen. Übrigens ist Vasopressinmangel auch die Ursache für Erinnerungslücken am Morgen danach, denn das Hormon ist ein wesentlicher Faktor für das Funktionieren des Gedächtnisses. Zu viel Acetaldehyd Acetaldehyd ist ein Zwischenprodukt, das im ersten Schritt beim Abbauprozess von Alkohol entsteht. Es wird danach selbst abgebaut (zu Essigsäure). Mit kleinen Mengen des Zellgiftes, die auch nach dem Genuss gesunder Lebensmittel entstehen, kommt der gesunde Körper klar. Häuft sich Acetaldehyd jedoch an, können Leberschäden und Beeinträchtigungen der Gehirntätigkeit die Folgen sein. Die Acetaldehyd-Konzentration hängt natürlich zum einen von der aufgenommenen Alkoholmenge ab, zum anderen spielt aber eine individuell verschiedene genetische Disposition eine Rolle. So haben Menschen asiatischer Abstammung im allgemeinen einen relativ langsamen Abbau im zweiten Stoffwechselschritt, so dass sie nur wenig Alkohol „vertragen“. Kampf dem Kater: Wasser marsch! Besonders ratsam ist, viel stilles, natrium- und magnesiumreiches Wasser zu trinken, damit sich der Mineralstoffverlust in Grenzen hält – auch wenn man dann noch öfter die Toilette aufsuchen muss als ohnehin schon! Faustregel: zwei Teile Wasser auf einen Teil Wein. Wer allerdings nun glaubt, er könne dem Kater entgehen, wenn er den ganzen Abend Weinschorlen trinkt, der irrt, denn die Kohlensäure im Mineralwasser bahnt dem Alkohol einen extra schnellen Weg in die Blutbahn. Auch Zucker, zum Beispiel in süßen Cocktails oder Feuerzangenbowle, verstärkt die Wirkung des Alkohols. Günstig wirkt sich allerdings Fruchtzucker aus, da Fructose den Abbau von Alkohol beschleunigt, besonders in Kombination mit Vitamin C. Von den Säften enthält vor allem Apfelsaft den meisten Fruchtzucker. Gegen Abend, wenn das Feiern abflaut, wäre also ein großer Apfelsaft mit einer extra Portion Vitamin C eine gute Wahl. Wer dennoch am nächsten Morgen mit Kopf- und Gliederschmerzen zu kämpfen hat, sollte mit Schmerzmitteln lieber vorsichtig sein, da sie die Organe zusätzlich belasten. Auf den Magen schlagen können Präparate, die Acetylsalicylsäure enthalten; die Leber reagiert (bereits bei leichter Überdosierung) empfindlich auf Präparate, die Paracetamol enthalten. Hilfreich hingegen ist die Zufuhr von Magnesium (als Brausetablette oder Granulat), denn Magnesiummangel fördert Krämpfe und Verspannungen, beides häufige Begleiterscheinungen bei zu viel Alkohol. Mit Speck fängt man Mäuse Fetthaltige Mahlzeiten halten auch den Kater im Zaum. Eine „gute Grundlage“ kann die Wirkung des Alkohols tatsächlich abpuffern. Am besten wäre, nur während des Essens zu trinken. Fisch hat sich übrigens als besonders wirkungsvoll erwiesen. Und nicht nur in seiner bewährten Form als Rollmops oder Bismarckhering. Sowohl am Abend als auch als Katerfrühstück sorgt Fisch für die Zufuhr verlorengegangener Mineralstoffe. Wichtig für den Alkoholabbau in der Leber ist Zink. Dieses Spurenelement ist in Fischen besonders viel enthalten. Kennen Sie die Prärieauster? In ihrer alkoholfreien Variante wirkt sie als Katercocktail besonders gut. Die Aminosäure Cystein, die in Eigelb sehr viel enthalten ist, reduziert die oxidativen Schäden von Acetaldehyd. Noch wirksamer ist die alkoholfreie Prärieauster, wenn man sie schon abends ein- oder zweimal als originelle Zwischenmahlzeit genießt. Durch das Öl wird die Aufnahme von Alkohol verzögert und auch reduziert. Unser Rezept für eine alkoholfreie Prärieauster: 2 Spritzer Olivenöl 2 Teelöffel Worcestersoße 2 Teelöffel Tomatenketchup 2 Spritzer Zitronensaft 1 Tropfen Tabascosoße 1 Eigelb Salz, schwarzer Pfeffer Quelle: dgk
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