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Bluthochdruck durch Negativ-Stress am Arbeitsplatz18.12.2006
Mobbingattacken der Kollegen, Ärger mit dem Chef, und zuhause Beziehungsprobleme: Dies überfordert auf Dauer viele Menschen und macht sie krank. Zu den möglichen langfristigen Folgen von Negativ-Stress am Arbeitsplatz gehört die Hochdruckerkrankung, wie aus einer neuen Studie in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2006) hervorgeht.In der STARLET-Studie (Stressassoziierte Hypertonie am Arbeitsplatz) wurde – erstmals für Deutschland – der Blutdruck auch während der Arbeitszeit gemessen. Fast 3.500 Berufstätige aus Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst hatten sich bereit erklärt, im Verlauf von 5 Jahren mehrmals eine Langzeitmessung des Blutdrucks durchführen zu lassen. Unter der Berufskleidung trugen sie eine Blutduckmanschette, die sich mehrmals täglich aufpumpte, den Blutdruck bestimmte und die Werte speicherte. So konnte Dr. Stephan Lüders vom St. Josephs-Hospital in Cloppenburg feststellen, welche Auswirkungen Negativ-Stress auf den Blutdruck hat. Um den Stress einschätzen zu können, ließ Dr. Lüders die Teilnehmer mehrmals einen Spezialfragebogen zum "Job strain" ausfüllen. Fühlen sich die Beschäftigten im Job überfordert? Haben sie am Arbeitsplatz genügend Entscheidungsfreiheit? Und erhalten sie Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld? Auch dies ist laut Dr. Lüders wichtig für das "Coping", die positive Stressverarbeitung. Wenn sie fehlt, steigt bei vielen Menschen auf Dauer der Blutdruck. Das belegen die Daten der Studie. Menschen mit Bluthochdruck berichteten schon zu Beginn häufiger über Negativ-Stress. Nahm der Job strain über die Jahre zu, erhöhte sich auch das Risiko auf einen hohen Blutdruck. Bei nachlassendem Stress sank das Risiko wieder. Langfristig begünstigt Job strain das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen. Sie traten bei Menschen ohne Job strain zu 5,7 Prozent auf, bei Menschen mit zunehmenden Job strain waren es bald 9,8 Prozent, und bei abnehmendem Job strain waren es am Ende nur 3,7 Prozent, berichtet Dr. Lüders. Ob es zum Job Strain kommt, wird nach Einschätzung des Mediziners weniger durch die Tätigkeit selbst bestimmt. Auch Fluglotsen und Ärzte könnten lernen, mit Stress umzugehen. Von größerer Bedeutung seien Gestaltung und Sicherheit des jeweiligen Arbeitsplatzes, vor allem aber der erfolgreiche Umgangs mit psychisch belastenden Situationen am Arbeitsplatz. DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006; 131 (46) : S. 2580-2585
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