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A-Z der Krankheitsbilder

Was sind eigentlich Allergien?

16.08.2005
Allergien sind nicht erst in unserer heutigen Zeit bekannt. Schon aus alten Überlieferungen geht das Vorkommen von Allergien hervor. So klagte bereits Hippokrates ( um 400 v.Chr.) über allergische Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel. Doch mittlerweile sind die allergischen Erkrankungen auf dem Vormarsch und haben sich zu einer der häufigsten Störungen entwickelt.

Die Ursache dafür ist viel untersucht und diskutiert worden. Danach spielen ganz offenbar Veränderungen unserer Umwelt und unserer Lebensgewohnheiten eine entscheidende Rolle. So kommt es, dass durch Hygienemaßnahmen, wie z.B. die Pasteurisierung von Lebensmitteln, Kinder gerade in den für die Entwicklung des Immunsystems sehr wichtigen ersten Lebensmonaten mit weniger Umweltkeimen konfrontiert sind, als dies bei früheren Generationen der Fall war. Die Folge ist ein Trainingsmangel des Immunsystems und damit eine Begünstigung allergischer Reaktionen. Hinzu kommen immer mehr Chemikalien in Nahrungsmitteln und anderen Produkten des Alltags, zunehmende Luftverschmutzung und Belastung der Umwelt mit Giftstoffen, die zu Irritationen der Haut und Schleimhäute sowie anderer Organe führen können. Das menschliche Immunsystem ist offenbar hierdurch aus dem Gleichgewicht geraten. Neben den genannten Umweltveränderungen gibt es noch andere Faktoren, die eine Allergie bedingen. Dazu zählt eine erbliche Veranlagung, bei der einerseits die Aktivität von Zellen, die eine überschiessende Immunreaktion bremsen, verringert ist, und andererseits eine Überproduktion von Antikörpern, die bei allergischen Reaktionen beteiligt sind, sowie eine verstärkte Bildung von Mastzellen begünstigt werden.

Eine besonders wichtige Rolle spielen psychische Faktoren bei Entstehung und Verlauf einer Allergie: zuerst bei der Sensibilisierung des Immunsystems für bestimmte Stoffe und dann bei der Ausprägung einer akuten allergischen Reaktion. Das heißt, dass die Verkennung eines normalen und eigentlich harmlosen Stoffs (z.B. Pollen) als Allergen auch von psychischen Wahrnehmungsverarbeitungmöglichkeiten abhängt.

Diagnose einer Allergie

Spätestens wenn Beschwerden wie verstopfte Nase, Hautjucken und Niesen zu lästig werden, wird man sich zum Arzt begeben. Dieser wird durch gezielte Fragen herausfinden, ob eine Allergie vorliegen kann. Als nächster Schritt müssen die Allergene identifiziert werden.

Ein häufiges Testverfahren ist der Prick-Test. Dabei wird von jedem in Frage kommenden Allergen jeweils ein Tropfen einer Testlösung auf die Haut (meist Innenseite der Unterarme oder Rücken) gebracht und das Eindringen des Allergens durch oberflächliches Anritzen der Haut (ohne Blutaustritt) erleichtert. Die Testlösungen enthalten geringe Mengen von häufigen Allergenen, wie Gräserpollen oder Tierhaaren. Nach 20 Minuten lässt sich an der Hautreaktion ablesen, ob gegen bestimmte Stoffe eine Allergie vom Soforttyp besteht. Zeigt sich an der Stelle, wo Birkenpollenlösung aufgetragen wurde eine starke Rötung und Quaddel, reagiert das Immunsystem offenbar sensibel auf diesen Stoff.

Zu beachten ist aus wissenschaftlicher Sicht, dass derartige Tests auch falsch-negative sowie falsch-positive Ergebnisse hervorrufen können. Dies kann bei bestehender Disposition zu einer Angstspirale mit Verstärkung der Symptome und/oder einer unnötigen Einschränkung der Lebensweise führen. Daher ist unseres Erachtens zu bedenken, dass ein möglicher positiver Test zwar eine Sensibilisierung der Haut nachweist, jedoch nicht zwangsläufig auch immer eine allergische Immunantwort des ganzen Körperes zur Folge haben muss.

Der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie kann mit einem Expositionstest abgeklärt werden. Hierbei meidet der Patient das allergenverdächtige Nahrungsmittel für einige Tage. Danach verzehrt er es unter ärztlicher Aufsicht in kleinen Mengen. Treten nun allergische Beschwerden auf, ist das Allergen überführt und kann in Zukunft gemieden werden. Ähnlich funktioniert die Suchdiät, bei der mit allergenarmer Auslasskost begonnen wird. Nach einigen Tagen werden schrittweise Nahrungsmittel mit möglichen Allergenen zugesetzt. Das Auftreten von Symptomen entlarvt auch hier den Auslöser.

Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Psycho-Allergologie e.V.


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