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A-Z der Krankheitsbilder

„Husten und Bronchitis“

13.05.2009
Kennen Sie den Unterschied so ganz genau? Prof. med. Karin Kraft erklärt die Unterschiede. Sie leitet den Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Rostock.

Was ist der Unterschied zwischen akuter und chronischer Bronchitis?
Eine akute Bronchitis entwickelt sich akut im Rahmen einer Virusinfektion der oberen Atemwege, sie kann aber auch durch Bakterien ausgelöst werden. Eine chronische Bronchitis liegt dann vor, wenn bei einem Patienten in 2 aufeinander folgenden Jahren während mindestens 3 aufeinander folgenden Monaten pro Jahr Husten und Auswurf bestanden.

Was sind die Ursachen für Bronchitis/Husten?
Bei einer Bronchitis können folgende Ursachen vorliegen:
Viren, Mykoplasmen, Clamydien, andere Bakterien bei sekundärer bakterieller Infektion, Infektionskrankheiten (Masern, Keuchhusten, Typhus), Pilze, Reizstoffe (Gase, Staub). Der Husten ist das Symptom der Reizung der Schleimhäute. Er hat prinzipiell die Funktion, die schädigenden Ursachen aus dem Körper zu entfernen.

Was können erste Maßnahmen gegen Husten und Bronchitis sein?
Grundsätzlich sollte man das Immunsystem aktivieren, wobei man sich aber keinesfalls überanstrengen darf. Sauna oder Sport sind damit nicht zulässig. Als geeignete Hausmittel sind bei einem beginnenden Effekt Überwärmungsmassnahmen zu nennen wie ein Senfmehlfussbad oder ein temperaturansteigendes Bad. Wichtig ist die Nachruhe. Bei Husten muss grundsätzlich zwischen trockenem Husten und Husten mit Auswurf unterschieden werden. Bei trockenem Husten verwendet man Hustenstiller, bei Husten mit Auswurf Hustenlöser. Bei beiden Hustenformen muss reichlich getrunken werden.

Was bedeutet gelber oder grüner Auswurf?
Er bedeutet immer, dass Bakterien bei der Bronchitis beteiligt sind.

Wann sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen?
Zum Arzt sollte man gehen, wenn sich das Allgemeinbefinden massiv verschlechtert, wenn Luftnot auftritt, wenn plötzlich hohes Fieber auftritt, der Auswurf blutig ist oder wenn die Bronchitis nicht innerhalb weniger Tage abklingt. Eine chronische Bronchitis gehört immer in ärztliche Behandlung. Der Arzt kann bei Kassenpatienten bei akuter Bronchitis in der Regel keine erstattungsfähigen Rezepte ausstellen. Er kann aber Bettruhe, Allgemeinmaßnahmen und Hustenstiller sowie Hustenlöser empfehlen. Bei chronischer Bronchitis gibt es verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente. Die wichtigste Maßnahme ist immer der sofortige Raucherstopp.

Wann sind Antibiotika notwendig?
Antibiotika sind notwendig bei vor bestehenden Lungenerkrankungen, Krankenhauspatienten, Gefahr oder Vorliegen einer Lungenentzündung; sie sind sinnvoll bei Verdacht auf bakterielle Superinfektion, insbesondere bei Menschen ab 50 J.

Wann werden Hustenstiller angewendet?
Hustenstiller werden nur bei trockenem Reizhusten angewendet, denn der Organismus darf nicht daran gehindert werden, Auswurf zu produzieren, da mit diesem die Keime und deren schädliche Stoffwechselprodukte entfernt werden. Typische Hustenstiller sind schleimhaltige Heilpflanzenzubereitungen, z.B. Eibischwurzel, Malvenblüten, Isländisch Moos. Typische Schleimlöser sind Heilpflanzenzubereitungen aus Thymiankraut, Salbeiblättern, Efeublättern (z.B. Prospan), Primelwurzeln, Schlüsselblumenblüten. Bei den Hustenstillern tritt die Wirkung direkt an der betroffenen Schleimhaut ein, d.h. man muss diese Anwendungen vor Ort einwirken lassen. Bei den Schleimlösern müssen die Wirksubstanzen entweder bis in die Bronchien gelangen, z.B. durch Einatmen oder Schlucken von ätherischen Ölen, oder es wird die Schleimproduktion über Reflexmechanismen angeregt.



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