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Wissenswertes zur Tetanusimpfung18.05.2006
Die Tetanusimpfung wird in einen Muskel gespritzt – in den Oberarm, Oberschenkel oder seitlich in den Po. Der Impfstoff besteht aus dem abgeschwächten Gift des Bakteriums. Die Impfung wird als aktive bezeichnet, d.h., der Körper bildet nach der Injektion selbst Abwehrstoffe gegen das Bakteriengift – so genannte Antikörper. Infiziert man sich nun mit echten Erregern, wird das Gift von den Antikörpern abgefangen und so der Ausbruch der Krankheit verhindert. Zur vollständigen Immunisierung werden drei Impfdosen verabreicht: Die zweite Dosis erfolgt etwa vier bis sechs Wochen nach der ersten. Nach sechs bis zwölf Monaten schließt die dritte Dosis die Grundimmunisierung ab. Der Impfschutz setzt etwa 14 Tage nach der zweiten Injektion ein und besteht nach einer kompletten Grundimmunisierung für mindestens zehn Jahre. Dann sollte eine Auffrischung erfolgen. „Dafür genügt eine einzelne Impfdosis - auch dann, wenn die letzte Impfung schon länger als zehn Jahre zurückliegt“, so Dr. Gerd Claussen, chirurgischer Leiter der Zentralen Notaufnahme im Elisabeth-Krankenhaus Essen. „Die frühere Auffassung, dass man nach versäumter Auffrischung wieder eine komplette Grundimmunisierung benötigt, hat sich nicht bestätigt. Sind Sie sich nicht sicher, wann die letzte Impfung war, kann der Hausarzt einen Tetanusimpftiter im Blut bestimmen.“Nicht geimpft werden können Personen, die nach früheren Tetanusimpfungen schwere Nebenwirkungen – beispielsweise allergische Reaktionen auf Impfstoffbestandteile – aufgewiesen haben. „Verschoben werden sollte eine Impfung bei Fieber oder schwerer Krankheit“, empfiehlt Claussen, „denn dann ist das Immunsystem mit der Abwehr anderer Erreger beschäftigt und bildet womöglich keine Abwehrstoffe gegen das Tetanusgift. Eine leichte Erkältung dagegen ist kein Hindernis für eine Impfung. Zeitabstände zu anderen Impfungen muss man nicht einhalten. Nach der Impfung sollten übermäßige sportliche Aktivitäten für einige Tage vermieden werden. Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es innerhalb der ersten Tage an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich schwellen auch die benachbarten Lymphknoten an. Allgemeinsymptome wie Temperaturerhöhung, grippeähnliche oder Magen-Darm-Beschwerden sind selten. In der Regel sind diese Reaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch wieder ab.“ Für Verletzte ohne Impfschutz gibt es auch die Möglichkeit einer passiven Impfung. Sie besteht aus fertigen Antikörpern, die aus menschlichem Blut gewonnen werden. So kann man den Ausbruch der Erkrankung im Akutfall verhindern oder zumindest abschwächen. „Patienten, die mit einer Verletzung und ohne Impfschutz zu uns kommen, erhalten in der Regel eine Kombination aus passiver und aktiver Impfung“, erläutert der Chirurg. „Die größte Anzahl der Tetanusinfektionen beruht allerdings auf Bagatellverletzungen, die nicht zu einem Arztbesuch führen. Deshalb stellt die vorsorgliche, aktive Impfung immer noch die sicherste Möglichkeit einer Vermeidung der Erkrankung dar.“ EKE
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