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Persönlichkeit & Psyche

Von wegen „Mutter“-Sprache

30.05.2007
Wer hätte das gedacht? Bislang ging man davon aus, dass Kleinkinder das Sprechen vornehmlich von der Mutter lernen, doch Väter prägen die frühkindliche Sprachentwicklung offenbar stärker als die Mütter. Eine Studie zweier amerikanischer Forscherinnen belegt, dass dieser stärkere väterliche Spracheinfluss zumindest für zwei- bis dreijährige Kinder und berufstätige Elternpaare gilt.

Die Wissenschaftlerinnen Nadya Pancsofar und Lynne Vernon-Feagans von der University of North Carolina beobachteten und dokumentierten in 92 Familien, in denen sowohl die Männer als auch die Frauen berufstätig waren, wie oft ein Elternteil mit dem zweijährigen Nachwuchs sprach, welcher Wortschatz und welcher Satzbau dabei verwendet wurden.

Nach einem Jahr untersuchten die Forscherinnen, wie erfolgreich die jetzt Dreijährigen sprechen gelernt hatten.

Dabei kam heraus, dass der Sprachgebrauch von Vätern und der Spracherwerb bzw. die Sprachkompetenz ihrer Kinder in direktem Zusammenhang standen.

Auch wenn die Mütter wesentlich mehr mit den Kindern redeten und häufiger Fragen an sie richteten, orientierten sich die Sprösslinge an den Vätern, indem sie beispielsweise deren Satzbau imitieren. Und je größer der Wortschatz des Vaters war, desto schneller schritt auch die Sprachentwicklung des Kindes voran.

Die Wissenschaftlerinnen vermuten, dass die Mütter die Kleinkinder mit zu vielen Wörtern überforderten. Kleiner Trost: Wenn die Kinder älter als drei Jahre sind, nehmen die Mütter das Heft in die Hand und sind für die Sprachentwicklung des Nachwuchses prägend. Das Sprachvermögen von Schülern beispielsweise hängt hauptsächlich von dem ihrer Mütter ab. Also doch wieder „Mutter-Sprache“...

pgk


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