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Persönlichkeit & Psyche

Von wegen "Idiotentest"

02.08.2007
Wie der Name schon sagt, besteht die MPU im Wesentlichen aus zwei Hauptteilen: einer medizinischen und einer psychologischen Untersuchung. Häufig findet zusätzlich noch eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit anhand eines Reaktionstests statt. Die Durchführung der MPU dauert 3-4 Stunden, wobei die Reihenfolge der Untersuchungsteile variieren kann. Das Ziel der Prüfer ist eine sachliche und nachvollziehbare Beurteilung der Fahreignung. Dabei stehen nicht die intellektuellen Fähigkeiten des Betroffenen im Vordergrund, sondern seine körperliche und geistige Fahreignung sowie seine Verhaltens- und Einstellungsänderung seit dem Führerscheinentzug.

Im Vorfeld dieser Untersuchung muss der Betroffene in der Regel einige kurze Fragebögen ausfüllen. Diese dienen den Gutachtern als Vorbereitung auf das Gespräch bzw. auf die Untersuchung. Gegenstand der Fragen sind z. B. der persönliche Werdegang (Beruf, Familienstand usw.), aber auch der Gesundheitszustand und der Umgang mit Drogen oder Alkohol.

Der medizinische Teil
Im medizinischen Teil wird festgestellt, ob der Führerscheinbewerber die körperlichen Voraussetzungen für eine sichere Verkehrsteilnahme mitbringt. Zunächst führt der begutachtende Arzt ein Gespräch mit dem Bewerber, in dem es um den aktuellen Gesundheitszustand und mögliche Beeinträchtigungen bzw. Erkrankungen geht. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, die sich konkret am Anlass des Führerscheinentzugs orientiert. Wenn Alkohol oder Drogen im Spiel waren, werden Blut- und Urinuntersuchungen bzw. auch Haaranalysen durchgeführt, um den Verzicht auf Alkohol oder Drogen verkehrsmedizinisch zu belegen. Anhand von Urinuntersuchungen können aber auch Stoffwechselstörungen wie z. B. Diabetes erkannt werden.

Die psychologische Untersuchung
Bei dem persönlichen Gespräch mit dem Führerscheinbewerber versucht ein Verkehrspsychologe herauszufinden, ob dieser die Ursachen für seine Auffälligkeit(en) im Straßenverkehr erkannt und entsprechende Schlussfolgerungen daraus gezogen hat. Dabei geht es zunächst um die persönliche Verkehrsvorgeschichte und die Auffälligkeit(en) und dann um die Frage, ob es zu Veränderungen bezüglich der Einstellung und des Verhaltens gekommen ist. Hier ist es wichtig, dass der Führerscheinbewerber offen und ehrlich mit dem Psychologen über die Gründe seines früheren Verhaltens spricht und darüber, was er in Zukunft ändern möchte. Dabei bekommt er auch die Gelegenheit, die Aspekte darzustellen, die ihm selbst wichtig sind.

Transparenz durch Gesprächsprotokoll
Da die Gutachter um die Gerüchte rund um die MPU wissen, sind Offenheit und Fairness oberste Untersuchungsgrundsätze. Der Psychologe schreibt die wesentlichen Angaben der Unterhaltung direkt am Computer mit und gibt diese Mitschrift am Ende des Gespräches zur Durchsicht an den Führerscheinbewerber. So kann dieser überprüfen, ob alles, was er gesagt hat, auch richtig verstanden und notiert wurde. Wenn er nicht einverstanden sein sollte oder noch etwas Wichtiges hinzufügen möchte, wird das Gesprächsprotokoll entsprechend ergänzt.

Überprüfung der Leistungsfähigkeit
Häufig findet zusätzlich noch eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit, d.h. der Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit, Belastbarkeit und Aufmerksamkeit, statt. Dies geschieht mit speziellen verkehrspsychologischen Testverfahren, die an einem Computer durchgeführt werden. Computerkenntnisse sind hierfür nicht erforderlich.

Mögliche Ergebnisse
Das Ergebnis der MPU wird in der Regel schon am Untersuchungstag mitgeteilt, das Gutachten selbst folgt – wenn nicht erst noch zusätzliche Unterlagen (z. B. Befunde anderer Ärzte) eingeholt werden müssen – spätestens nach 10 Arbeitstagen per Post.

Grundsätzlich sind drei verschiedene Ergebnisse möglich:

Positives MPU-Gutachten:
Die Ergebnisse der medizinischen und psychologischen Untersuchung führen zu einem positiven Gutachten. Dieses räumt die Bedenken der Behörde aus und macht damit den Weg frei für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

MPU-Gutachten mit Nachschulungsempfehlung:
Wenn sich zwar viele positive Aspekte finden, aber noch einige Fragen offen oder Schwachstellen vorhanden sind, wird in dem MPU Gutachten die Teilnahme an einem speziellen Nachschulungskurs empfohlen. In diesem Fall macht die Verkehrsbehörde die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis von der Teilnahme an einem solchen Kurs abhängig. Dieser findet verteilt über mehrere Stunden an vier Terminen in drei Wochen statt und dient dazu, noch offene Punkte zu klären. Nach Beendigung des Kurses wird die Fahrerlaubnis ohne eine weitere MPU ausgehändigt.

Negatives MPU-Gutachten:
In diesem Fall haben die Gutachter noch nicht ausreichend positive Aspekte gefunden, um die Fahrerlaubnis neu zu erteilen. Der Betroffene hat jedoch die Möglichkeit, sich von den Gutachtern eine Empfehlung geben zu lassen, die bei einer erneuten MPU die Chancen auf eine positive Begutachtung erhöht.

Fragen zu den Gutachten werden im Rahmen einer Nachbesprechung bei den entsprechenden Stellen noch innerhalb von 3 Monaten beantwortet.

TÜV Rheinland Group
Am Grauen Stein
51105 Köln



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