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Traumberichte – eine besondere Form der Kommunikation22.04.2007
Tiere träumen, aber sie erzählen ihre Träume nicht. Menschen dagegen berichten ihre Träume gelegentlich, sofern sie sich daran erinnern. Allerdings träumen wir viel mehr als wir uns am nächsten Morgen erinnern. Ein Bericht in der Zeitschrift "PiD Psychotherapie im Dialog" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2007) weist darauf hin, dass Traumerinnerungen sowohl flüchtig als auch variabel sind. Personen, die den gleichen Traum unmittelbar nach nächtlichem Aufwecken, etwa in einer REM-Phase, berichten, und dann wieder am Morgen nach dem Erwachen, berichten ihn anders und häufig mit Detailverlust, gelegentlich auch ausschmückend und konfabulierend, das heißt durch Erinnerungstäuschung bedingte Darstellung vermeintlich geträumter Vorgänge. Träumend ist man Sinneseindrücken preisgegeben, die sich jenseits mentaler Kontrolle einstellen. Beim Träumen geht es nicht nur um Problemlösungen, sondern auch um die Zusammenfassung von Gedächtnisinhalten und um Informationsverarbeitung auf der Basis eines persönlichen Relevanzsystems. Es ist eine bemerkenswerte Überlegung, dass Traummitteilungen eine eigene kommunikative Gattung darstellen, die sich durch einige Besonderheiten auszeichnet. Wer einen Traum mitteilt, macht deutlich, dass es sich um eine private Erfahrung handelt, um ein Ereignis der persönlichen Innenwelt also, etwa ähnlich dem Bewusstsein. Traumberichte unterscheiden sich damit von der Mitteilung über psychotisches Erleben, das in der aktuellen Hirnforschung vielfach als Pendant zur Traumerfahrung betrachtet wird. Träume sind schwer mitteilbar, weil sie keine intersubjektiv geteilte Erfahrung darstellen, für die es eine gemeinsame Verständnisbasis gibt, weil die Erinnerungsleistungen nicht validierbar sind und weil das Ereignis in seinen Relevanz- und Sinnbezügen nicht unmittelbar zu erfassen und einzuordnen ist. Psychotisches Erleben wird dagegen in "Wahngewissheit" ausgedrückt. Quelle: B. Boothe:Körpererleben in der Traummitteilung und Körpererfahrung im Traum.PiD Psychotherapie im Dialog 2006; 7 (2): S. 185-190.
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