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Stress schützt in bedrohlichen Situationen04.02.2007
Stress schützt uns in bedrohlichen Situationen. In Sekundenschnelle kann er uns zu Höchstleistungen antreiben. "Stress stellt eine lebenserhaltende Reaktionskaskade unseres Körpers dar, mit einem geeigneten Reaktionsmuster zu reagieren", erläutert Alfred S. Wolf in einer neuen Ausgabe der "Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin" (Hippokrates Verlag. Stuttgart, 2006). Geraten wir immer wieder in belastende Situationen ohne Phasen der Erholung, kommt es zu einer schrittweisen körperlichen und mentalen Erschöpfung. Die permanente Überforderung der Psyche zum Beispiel – als Burnout-Syndrom bekannt – äußert sich häufig in Energieverlust, Depressivität oder Arbeitsunlust bis –verweigerung.Eine Studie aus dem Jahr 2004 belegt, dass Stress fast ebenso häufig Ursache für einen Herzinfarkt ist wie Nikotinkonsum und Erkrankungen des Fettstoffwechsels. Wolf kritisiert vor diesem Hintergrund, dass Stress und seine Folgen in den westlichen Industrienationen noch immer unterschätzt werde. "In der regulären medizinischen Sprechstunde hat weder die Diagnostik noch die Stressverarbeitung und -minderung konzeptionell Platz", skizziert der Professor die derzeitige Situation. Ein Weg, um dem komplexen Zusammenspiel von stressauslösenden Faktoren, stressverstärkenden Momenten und individuellen Reaktionsmustern gerecht zu werden, sei nach Wolf die "integrale Medizin". Sie biete durch ein "Zusammenführen von 'sprechender' und 'naturwissenschaftlicher' Medizin" Chancen für eine effektive Stressbehandlung. "Dabei werden sowohl verbale subjektive Einschätzungen der Stress-Auslöser und der Stress-Verstärker als auch diagnostische Methoden zur Messung und Bestimmung von Art und Intensität der entsprechenden Stress-Reaktionen eingesetzt." Um den biochemischen und physikalischen Stress-Zeichen auf die Spur zu kommen, stünden dem behandelnden Arzt verschiedene Tests zur Verfügung. Das können Blutdruck- oder Herzfrequenzmessungen unter Alltags-Bedingungen sein, Stoffwechseluntersuchungen – insbesondere bei übergewichtigen Patienten –, aber auch Labortests von Serum, Speichel oder Urin. Für eine exakte Diagnose sei es nach Meinung Wolfs außerdem wichtig, Stressoren, beispielsweise Belastungen aus dem persönlichen und beruflichen Umfeld, zu erkennen. Dazu kämen individuelle Stress-Verstärker. Diese könnten zum Beispiel belastende Gedanken und Einschätzungen sein, die der Behandler durch Fragebogentests aufspüren kann. Sind die stressauslösenden Faktoren erst mal beim Namen genannt, kann der Patient zusammen mit einem Psychotherapeuten oder Psychologen Problemlösungen erlernen und die persönlichen Stress-Verstärker umdeuten. A. S. Wolf:Chronischer Stress: Burnout und andere langfristige Folgen Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin 2006; 4 (4): S. 17-20
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