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Persönlichkeit & Psyche

Rauchfrei durch Hypnose

23.01.2008
Schwangere sollten auf Zigaretten ganz verzichten – das ist allgemein bekannt. Meist reicht bereits die Sorge um das Kind als Motivation aus, damit die werdende Mutter ohne große Mühe abstinent bleibt. Manchen Frauen fällt es jedoch schwer, das Rauchen von einem Tag auf den anderen komplett aufzugeben, besonders weil während der Schwangerschaft auf nikotinhaltige Entwöhnungshilfen wie Pflaster und Kaugummis verzichtet werden sollte. Als nebenwirkungsfreie Alternative bietet sich – nicht nur für Schwangere – eine so genannte hypnotherapeutische Behandlung an. Wie diese auf Hypnose basierende Therapie ablaufen kann, stellt der Hamburger Psychologe und Hypnotherapeut Björn Riegel in der Fachzeitschrift "Die Hebamme" vor (Hippokrates Verlag, Stuttgart. 2007).

Eine Grundannahme der Hypnotherapie besteht darin, dass die Klientin bereits genug Informationen zur Lösung ihres Problems besitzt, sei es bewusst oder unbewusst. "Die hypnotische Trance dient lediglich dazu, diese Informationen zu aktivieren und zielgerichtet einzusetzen", erklärt Björn Riegel. Die Hypnose beschreibt der Hamburger Therapeut als veränderten Bewusstseinszustand, der eine Kommunikation mit dem Körper und den seelischen Strukturen gestattet. Diese Kommunikation lasse sich nutzen, um heilend einzugreifen. Wie Riegel betont, macht sich die Hypnotherapie damit hauptsächlich die Ressourcen der Klientin zunutze. Die Behandlung sei daher stets individuell maßgeschneidert.

Bei der Raucherentwöhnung stützt Björn Riegel sich auf das so genannte Smokex®-Konzept, das in der Regel vier Hypnotherapie-Sitzungen umfasst. In der ersten, als Doppelstunde geplanten Sitzung stellt der Therapeut zunächst das Ausmaß der Abhängigkeit und die Motivation der Klientin fest. Anschließend kann die Schwangere in einem Trance-Test erste Erfahrungen mit der Hypnose machen. Dabei gibt es durchaus große Unterschiede zwischen den Ratsuchenden. "Rund jeder zehnte Mensch lässt sich sehr leicht in eine hypnotische Trance versetzen", sagt Riegel. "Ein weiteres Zehntel spricht nur schlecht oder gar nicht auf die Methode an, und die übrigen 80 Prozent liegen zwischen diesen Extremen."

In der zweiten und dritten Sitzung setzt der Therapeut verschiedene hypnotherapeutische Techniken ein, die vor allem das Unbewusste der Klientin ansprechen. Der zuvor hauptsächlich bewusst vorhandene Wunsch nach Abstinenz wird dabei zu einem ganzheitlichen, positiv formulierten Ziel. Im Vordergrund steht dabei nicht der Verlust der Zigarette, sondern der Gewinn von Freiheit, Gesundheit und Zufriedenheit. Außerdem lernt die Schwangere in einem intensiven Selbsthypnosetraining, das Erlernte auch allein fortzusetzen.

Die vierte und letzte Sitzung steht ganz im Zeichen des Abschieds von der Zigarette, die symbolisch für einen abgeschlossenen Lebensabschnitt steht. Dabei imaginiert die Klientin ein Ritual, in dem sie den langjährigen Wegbegleiter würdig und im Guten verabschiedet.

Die hypnotherapeutische Raucherentwöhnung kann durchaus mit hohen Erfolgsquoten aufwarten: In aktuellen Studien waren rund 80 Prozent der Probanden nach der letzten Sitzung rauchfrei, ein Jahr später immerhin noch 35 bis 40 Prozent. "Im Vergleich mit anderen Methoden der Tabakentwöhnung liegen diese Quoten im oberen Bereich", so Björn Riegel. Gerade bei Schwangeren sei mit noch höheren Erfolgsquoten zu rechnen – denn die Motivation sei hier besonders hoch. Mithilfe von Informationsblättern und Hausaufgaben, die die werdende Mutter dazu auffordern, sich auch zwischen den Sitzungen intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen, kann die Motivation zusätzlich gesteigert werden.

Quelle: B. Riegel:
Hypnotherapeutische Raucherentwöhnung in der Schwangerschaft.
Die Hebamme 2007; 20 (4): S. 269-271



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