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Persönlichkeit & Psyche

Kein Grund zur Panik

18.04.2007
Ein Drittel aller Flugreisenden leidet an Angstsymptomen – Tendenz steigend. Doch das muss nicht sein: Aviophobie lässt sich am wirk­samsten durch ein verhaltenstherapeutisches Bewältigungstraining inklusive Kurz- oder Mittelstreckenflug unter Supervision bewältigen, wie die neue Ausgabe von Gehirn&Geist (Mai 2007) berichtet.

Die häufigsten Symptome der Angst vorm Fliegen sind Anspannung, Herzrasen, Übelkeit oder auch das Gefühl, einem würde die Kehle zu geschnürt – biologische festgelegte Reaktionen auf eine Bedrohung. Im Fall einer Phobie treten sie jedoch ohne objektiven Grund auf. Betroffene leiden enorm – und können dem Angstkreislauf von allein meist nicht entkommen.

Neben physischem Stress quält Aviophobiker vor allem die emotio­nale Belastung: Bei etwa 15 Prozent der Flugängstlichen genügt bereits der Gedanke an ein Flugzeug, und die Panikgedanken verselbstständigen sich: Sie sind überzeugt bei einer Flugreise abzustürzen oder vor Angst zu sterben.

Mithilfe einer zweistufigen Therapie können Betroffene ihre Angst verlieren, erklärt Psychologe Marc-Roman Trautmann – Leiter des Deutschen Flugangst-Zentrums in Nieder-Wiesen bei Frankfurt am Main. Wer nach einer imaginären Konfrontation mit der gefürchteten Situation merkt, dass ihm nichts passiert, kann im zweiten Therapie­schritt lernen, dass auch der reale Flug nicht bedrohlich ist. Entspannungstechniken und mentale Strategien helfen, die Phobie im Zaum zu halten. Doch erst durch eine konkrete Flugerfahrung lässt sich die Panik ganz besiegen und das erlernte Angstschema langfristig korrigieren.

Mit durchschnittlich mehr als 90 Prozent Erfolgsrate ist eine Expositionstherapie gepaart mit verhaltenstherapeutischem Training die wirksamste und schnellste Methode zur Bewältigung von Aviophobie. Selbsthilfebücher und -CDs liefern zwar wichtige Informationen, die eine wesentliche Rolle bei der Rationalisierung der Angst spielen – vor allem bei Menschen, die den Kontrollverlust im Flugzeug fürch­ten. Eine aktive Therapie ersetzen autodidaktische Modelle jedoch nicht.

Studien haben gezeigt, dass auch eine virtuelle Therapie im Simu­lator die Angstschwelle deutlich herabsetzen kann. Deshalb macht sie vor allem dann Sinn, wenn ein Phobiker noch nicht bereit ist, in ein Flugzeug zu steigen.

Ähnliches gilt für die Hypnotherapie: Ist jemand für Hypnose empfänglich, können Betroffene schon nach wenigen Sitzungen wieder einen Verkehrsflieger betreten.



Gehirn&Geist 5/2007


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