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Charakter: Zeig mir deine Iris, und ich sage dir wer du bist22.02.2007
Schwedische Wissenschaftler glauben, einen Zusammenhang zwischen dem Aussehen der Iris eines Menschen und seinen Charakterzügen gefunden zu haben. So zeigten impulsive Menschen häufiger ringartige Strukturen in diesem runden Bereich um die Pupille, der nicht nur durch die typische Augenfarbe gekennzeichnet ist, sondern auch durch Wirbel, Flecken oder andere Merkmale. Menschen mit kleinen, linsenförmigen Verfärbungen neigten hingegen zur Empfindlichkeit und seien eher gefühlsbetont, sagen die Forscher um Mats Larsson von der Universität in Örebro. Die Wissenschaftler führen den Zusammenhang auf bestimmte Gene zurück, die sowohl die Muster der Iris als auch die Struktur des Gehirns beeinflussen. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher im Fachmagazin „Biological Psychology“ vor. In ihrer Studie ließen die Wissenschaftler 428 Studenten einen Fragebogen mit 240 Fragen zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Selbstverständnis ausfüllen. Von der Iris jedes Probanden fertigten die Forscher Fotos an, die sie nach einem standardisierten Verfahren auswerteten. Dabei zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen markanten Strukturmerkmalen der Iris und den charakterlichen Grundzügen. Verantwortlich dafür könnte unter anderem ein Gen namens Pax6 sein, von dem bekannt ist, dass es sowohl Einfluss auf die Struktur der Iris hat als auch die Ausbildung einer Hirnregion namens vorderer cingulärer Cortex mitbestimmt. Dieses Areal im Gehirn spielt bei Entscheidungsprozessen und beim Lernen eine Rolle und prägt somit auch das Verhalten eines Menschen entscheidend mit. Aber auch zwei weitere Gene, Six3 und Lmx1b, prägen die Gehirnstruktur und könnten sich gleichwohl auf die Ausbildung typischer Muster in der Iris auswirken. Weitere Forschungsarbeit sei nun nötig, um diese möglichen Zusammenhänge genauer auszuloten, sagen die Forscher. Der aktuellen Studie vorausgegangen war eine Arbeit, in der die Forscher zunächst den genetischen Einfluss auf die Struktur der Iris erforscht hatten. Etwa 60 bis 90 Prozent der individuellen Unterschiede beim Aussehen der Iris seien genetisch bedingt, hatte die Studie gezeigt. Diesen starken genetischen Einfluss macht sich auch die Iriserkennung zunutze, bei der die markante Struktur der Iris ähnlich wie ein Fingerabdruck zur Identifizierung eines Menschen verwendet wird.
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