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Balsam für die Seele21.04.2006
Aktuelle medizinische Untersuchungen aus Korea und Japan belegen die schmerzlindernde und stimmungsaufhellende Wirkung bestimmter Aromaöle – etwa bei Frauen in den Wechseljahren oder sogar Alzheimer-Patienten. Das berichtet das Magazin Gehirn&Geist in seiner neuen Ausgabe (5/2006). Der Mediziner Edzard Ernst von der englischen University of Exeter bescheinigt der Dufttherapie zudem nach Auswertung der vorhandenen Forschung in einer Metaanalyse eine deutliche Entspannungswirkung. Vor allem Massagen mit Lavendel-, Orangen- und Kamillenöl dämpfen demnach das Stressempfinden. Trotzdem gibt Ernst zu bedenken: Die Pflanzenessenzen wirken meist nur für kurze Zeit, ihre Effekte verpuffen relativ schnell. „Ich bezweifle, dass die Aromatherapie mit anderen angstlösenden oder entspannenden Therapieformen ernsthaft konkurrieren kann“, so der Experte.Unbestritten ist, dass die Duftmoleküle Körper und Psyche tatsächlich erreichen. Sie gelangen über die Schleimhäute in den Blutkreislauf und wirken auch auf das Zentralnervensystem. Therapeutische Effekte sind jedoch nur für wenige ausgewählte Aromen dokumentiert: Lavendel-, Sandelholz- und Neroliöle etwa wirken beruhigend. Jasmin-, Pfefferminz- und Patchouliöl dagegen anregend. Und speziell Pfefferminzöl lindert laut einer Studie der Schmerzklinik Köln Kopfschmerzen mitunter ebenso gut wie die Einnahme von Paracetamol. Anerkannt ist zudem die antiseptische Wirkung des Teebaumöls. Ärzte und Apotheker offerieren mittlerweile ätherische Wohlgerüche als Entspannungsmittel. Gleichzeitig bieten einige psychiatrische Kliniken die Aromatherapie an – etwa zur Behandlung von Ängsten, Schmerzen oder Schlafstörungen. Trotzdem haftetet der Methode noch immer etwas Esoterisches an. Und Vorsicht ist auch geboten, denn der Begriff „Aromatherapeut“ ist nicht geschützt und ein besonderer Qualifikationsnachweis nicht erforderlich. Wer die Dienste eines solchen in Anspruch nehmen will, sollte daher unbedingt auf eine fundierte Ausbildung des Behandlers als Mediziner, Psychologe oder Heilpraktiker achten. Gehirn&Geist 5/2006
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