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Pillen aus Portugal?04.08.2008
Um Kosten zu sparen, bringen viele Deutsche
Arzneien aus dem Urlaub mit.Gesetze sollen Verbraucher schützen „Unser Arzneimittelrecht ist nicht ohne Grund so streng. Es soll Verbraucher vor gesundheitlich bedenklichen Mitteln schützen“, sagt Dr. Albers. Zum Beispiel lassen sich viele Deutsche Melatonin-Präparate aus den USA mitbringen. Das Hormon regelt den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers und wird häufig gegen Jetlag oder im Schichtdienst eingenommen. In den Vereinigten Staaten ist es frei verkäuflich, da es lediglich als Nahrungsergänzungsmittel gilt. Obwohl keine kontrollierten Studien existieren, ist das Mittel dank massiver Werbung dort fast so populär wie Aspirin. „Niemand weiß, ob die Mittel langfristig unbedenklich sind. Die Behandlung ist daher nicht ohne Risiko“, erläutert die DAK-Expertin. In Deutschland ist Melatonin rezeptpflichtig und wegen der umstrittenen Wirksamkeit nur in Ausnahmefällen verordnungsfähig. Die junge Frau am Flughafen ist verunsichert: Obwohl sie weder Alkohol noch Zigaretten bei sich hat, soll sie beim Zoll den Inhalt ihres Koffers zeigen. Besonders die Medikamente in ihrer Kosmetiktasche interessieren die Beamten. In den USA hatte die Studentin ein großes Glas Aspirintabletten gekauft. Misstrauisch prüfen die Staatsdiener auch den Rest des Gepäcks. „Immer mehr Menschen nutzen ihren Urlaub, um im Ausland günstig Medikamente einzukaufen“, berichtet DAK-Arzneimittelexpertin Dr. Stefanie Albers. „Dabei kann es zu Problemen kommen, weil einige Mittel in zu großen Mengen eingeführt werden, in Deutschland gar nicht zugelassen oder sogar gefälscht sind und damit nicht die erwünschte Wirkung herbeiführen.“ Auch bestimmte hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel sind in Deutschland nicht frei verkäuflich. Reisende müssen die Mittel daher beim Zoll abgeben. Gegebenenfalls droht sogar ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit. Grundsätzlich gilt: Medikamente, die aus dem Ausland eingeführt werden, dürfen den „üblichen persönlichen Bedarf“ während einer Reise nicht überschreiten. In der Regel wird dabei die Menge für maximal drei Monate zugrunde gelegt. Eine Schachtel Aspirin oder Blutdrucktabletten ist also unproblematisch, Ärger droht jedoch bei einem Zweijahresvorrat der Antibabypille. Am besten vor der Reise beim Zoll (www.zoll.de) informieren, was erlaubt ist – und in welcher Menge. Andere kaufen im Urlaub Vitaminpräparate. Über die Dosierung dieser Mittel wird allerdings gestritten: „Im besten Fall wird die überschüssige Menge vom Körper einfach wieder ausgeschieden. Hoch konzentriert können manche Vitamine und Mineralstoffe jedoch auch Schaden anrichten“, weiß Dr. Albers. Viele Präparate sind in Deutschland deshalb nur in der Apotheke erhältlich. Ihr Tipp: „Lassen Sie sich nicht durch günstige Preise hinreißen, sondern nehmen Sie nur das, was Sie in Deutschland auch kaufen würden.“ Quelle: DAK
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