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Künstliche Hüftgelenke: Bleiben Sie in Bewegung!

02.06.2009
Ein Spaziergang, eine Radtour oder auch nur Autofahren – nicht jeder Mensch kann dies ohne Schmerzen tun. Ob durch Unfall oder altersbedingten Verschleiß – etwa 200.000 Menschen erhalten in Deutschland jährlich ein künstliches Hüftgelenk. Denn wenn alltägliche Bewegungen so schmerzhaft und schwierig werden, dass Bewegungsunfähigkeit droht, kann ein perfekt angepasstes künstliches Gelenk die Mobilität wiederherstellen – damit wir bis ins hohe Alter ein bewegtes Leben voller Freude führen können.

Gelenke – Wunderwerke der Natur
Ein Gelenk ist die hochkomplexe Verbindung von Knochen, die dadurch verschiedene Positionen zueinander einnehmen können. So erst ermöglichen sie die vielfältigen Bewegungen des menschlichen Körpers. Doch auf die Gelenke wirken bei Schritt und Tritt extreme Kräfte, oft das Mehrfache des eigenen Körpergewichts. Zu den besonders stark belasteten Gelenken gehören die flexiblen Kugelgelenke, die das Becken mit den Oberschenkeln verbinden: die Hüftgelenke.

Doch mit zunehmendem Alter, durch Fehl- oder Überbelastungen oder durch Unfälle kann es zu Schmerzen und voranschreitendem Gelenkverschleiß kommen. Nahezu jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens mehr oder weniger stark von der so genannten Arthrose betroffen. Denn im Gegensatz zu anderen Körperzellen wird Gelenkknorpel, die dämpfende Schicht zwischen den verbundenen Knochen, nicht nachgebildet. Schreitet der Verschleiß voran, führt es schließlich im schlimmsten Fall zur Deformierung und Bewegungsunfähigkeit des Gelenkes führen.

Künstliche Gelenke – Wunderwerke der Technik
Wenn schließlich trotz medikamentöser und physiotherapeutischer Behandlung alltägliche Bewegungen so schmerzhaft und schwierig werden, dass Bewegungsunfähigkeit droht, kann ein künstlicher Gelenkersatz die Lösung sein. Bereits seit Jahrzehnten werden Endoprothesen, also innerhalb des Körpers eingesetzte Gelenkteile (griech.: endo = innen), erfolgreich angewendet. Sie sorgen dafür, dass wir trotz Unfällen oder hohem Alter schmerzfrei in Bewegung bleiben können.
Mit steigender Lebenserwartung und Aktivität im Alter steigen aber auch die Anforderungen an ein künstliches Hüftgelenk: Sicherheit, Langlebigkeit, hohe Beweglichkeit und perfekte Anpassung an die individuellen Anforderungen des Patienten sind heute notwendig. Und mit modernen Prothesen auch möglich.

Individuelle Lösungen statt 08/15
Jeder Mensch ist anders. Aber nicht nur in Haarfarbe oder Schuhgröße unterscheiden wir uns. Auch beim Hüftgelenk gibt es große Unterschiede, zum Beispiel in der Form des Oberschenkelknochens, des Winkels und der Länge des Schenkelhalses oder des Abstandes zwischen dem Oberschenkel und der Gelenkpfanne im Beckenknochen. All dies hat unter anderem Auswirkungen auf das Gleichgewicht des Beckens, die Beinlänge und die Muskelbalance – also auf unsere gesamte Beweglichkeit.

Moderne Hüftgelenk-Systeme (z.B. ANA.NOVA) funktionieren daher nach dem Baukastensystem: Durch persönlich auf den Patienten abgestimmte Elemente, die zusätzlich noch unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten bieten, kann der individuell bestmögliche Gelenkersatz erzielt werden. Die Hüftpfanne bietet neben unterschiedlichen Größen auch variierende Gleitflächen, die so genannten Inlays, aus hochfestem Kunststoff oder Keramik, die je nach individuellen Anforderungen des Patienten ausgewählt werden können.

„Zudem wird der Oberschenkelschaft je nach Anatomie der Hüfte mit verschiedenen Halsteilen kombiniert. Dieses zweiteilige Schaftsystem ist zwar aufwändiger als herkömmliche, einteilige Schaft-Prothesen. Es bietet jedoch die Möglichkeit der perfekten Anpassung an die individuelle Anatomie des Patienten und ermöglicht eine exakte Einpassung des Kugelkopfes in die Gelenkpfanne“, erklärt Dr. Frank Rauhut, Leiter der orthopädische Abteilung am Bundeswehrkrankenhaus in Berlin. Dies ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine beständige Funktionsfähigkeit eines künstlichen Hüftgelenkes.

Optimale Bewegung durch exakte Anpassung
Diese perfekte Gelenkabstimmung hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Langlebigkeit des künstlichen Gelenks. Auch seine Funktion wird dadurch verbessert: Körperliche Aktivität, wie sie für moderne Menschen bis ins hohe Alter erstrebenswert ist, erfordert eine hohe Bewegungsfreiheit im künstlichen Hüftgelenk. So werden beim Abspreizen des Beines – wie beim Aufsteigen auf ein Fahrrad – Hüft-Positionen erreicht, die bei einer nicht optimalen Geometrie zum Anschlagen des Schafthalses an der Gelenkpfanne führen können. Hohe Druckkräfte können dann zur Überlastung der Gleitfläche und zu Schmerzen führen. Bei einem exakt eingepassten Hüftgelenk ist das nahezu unmöglich.

Biologisch verankert statt einzementiert
Das Prinzip der zementfreien Verankerung setzt sich bei Hüftoperationen immer mehr durch, denn es gewährleistet eine längere Haltbarkeit der Prothese. Im Gegensatz zu zementierten – und damit ein für alle Mal in genau dieser Position fixierten – Implantaten, steht hierbei die Implantatoberfläche direkt mit dem Knochen in Kontakt. Es erfolgt eine biologische Einheilung, die so genannte Osseointegration. Der bestehende Knochen bleibt weiter aktiv, verwächst mit dem Implantat und bildet eine biologische Einheit, die für eine stabile und dauerhafte Verankerung und somit lange Lebensdauer des künstlichen Gelenks sorgt. Eine Lockerung aufgrund von Veränderungen des Knochens, bei zementierten Gelenken ein häufiges Problem, ist damit unwahrscheinlicher.

Schaft und Pfanne einer TÜV-zertifizierten Hüftprothese (z.B. ANA.NOVA) bestehen aus einer hochfesten Titan-Schmiedelegierung mit speziellen, offenporigen Oberflächenstrukturen, die auf die unterschiedlichen Strukturen der umliegenden Knochen angepasst sind und das perfekte Einwachsen der Prothese begünstigen. Eine hauchdünne keramische Oberflächenschicht aus Kalzium und Phosphat – Bausteine, die der Knochen zur Neubildung benötigt – verbessert und beschleunigt die Einheilung zusätzlich.

Nach der Rehabilitation schnell wieder auf den Beinen
Der Eingriff selbst dauert nur rund 60 Minuten – abhängig vom Patienten und der Art der Narkose. In Normalfall bleibt der Patient acht bis zehn Tage nach der Operation im Krankenhaus. Doch wenn er die Klinik verlässt, ist er in der Regel völlig beschwerdefrei und kann seinen „normalen“ Alltag wieder einigermaßen problemlos meistern. Allerdings ist in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Operation noch Schonung angesagt – während der Rehabilitationsphase muss die Muskulatur wieder gestärkt und aufgebaut werden.



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