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Gefahr für die Zähne: Wer Saures liebt, sollte vorsichtig sein

12.06.2007
Lebensmittel, die Zitronensäure als Zusatzstoff (E330) oder als natürlichen Bestandteil aufweisen, können den Zahnschmelz angreifen und so genannte Erosionen verursachen. Darunter versteht man den langsam voranschreitenden Verlust an Zahnhartsubstanz durch den direkten Kontakt mit Säuren. Voraussetzung ist, dass erosive Lebensmittel häufig, in großen Mengen und über einen längeren Zeitraum verzehrt werden.

Kinder und Jugendliche können besonders betroffen sein, wenn sie Softdrinks oder stark säurehaltige Süßigkeiten in größeren Mengen über den Tag verteilt konsumieren. Diese Produkte weisen mitunter besonders hohe Zitronensäuregehalte auf. In diesem Zusammenhang kommt immer wieder die Diskussion auf, ob die Festlegung eines Grenzwertes für Zitronensäure in bestimmten Lebensmitteln wie Süßigkeiten sinnvoll ist.

„Das erosive Potenzial eines Lebensmittels kann keinesfalls allein von seinem Gehalt an Zitronensäure abgeleitet werden. Zu den Säuren, die den Zahnschmelz direkt angreifen können, gehören auch andere Säuren wie Weinsäure (Brause), Phosphorsäure (Erfrischungsgetränke) oder Ascorbinsäure (Vitamin C) sowie alle natürlichen Fruchtsäuren. Darüber hinaus spielt die weitere Zusammensetzung der Produkte eine entscheidende Rolle“, erklärt Dr. Carolina Ganß von der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde an der Universität Gießen. Kalzium beispielweise kann das erosive Potenzial von sauren Produkten auch bei hohem Zitronensäuregehalt aufheben. Deshalb sind Fruchtsäfte mit Kalziumzusatz oder (Zitronen-)Joghurt nicht erosiv.

„Aufgrund der Vielfalt an Bestandteilen in Nahrungsmitteln und der Komplexität der chemischen Vorgänge, die bei der Nahrungsaufnahme an der Zahnoberfläche stattfinden, ist die Festlegung eines Grenzwertes für Zitronensäure nicht sinnvoll. Es sollte auch bedacht werden, dass viele Obstsorten wie zum Beispiel Orangen einen hohen Gehalt an natürlicher Zitronensäure haben“, so Dr. Ganß. Grundsätzlich sei es wichtig, über die möglichen Konsequenzen eines übermäßigen Verzehrs saurer Lebensmittel zu informieren.

Personen mit ersten Anzeichen von Erosionen sollten entsprechende Lebensmittel weniger oft, am besten zu den Hauptmahlzeiten verzehren. Sinnvoll ist auch der Konsum saurer Nahrungsmittel zusammen mit Milchprodukten, da diese sehr kalziumreich sind. Aber: „Ursachen von Erosionen sind vielfältig und nicht immer durch Nahrungsmittel verursacht. Therapieempfehlungen sollten daher individuell mit dem Zahnarzt abgestimmt werden“, rät Dr. Ganß.

Quelle: dgk


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