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Akupunktur: Die heilende Wirkung der Nadeln

18.06.2007
Von unserer Redakteurin Roksana Leonetti

Eine falsche Bewegung und schon ist es passiert, ein stechender unerträglicher Schmerz weitet sich im Lendenbereich aus – ein Hexenschuss. Stehen, Sitzen oder Liegen wird zur Qual – wer kennt das nicht? Und nun sollen ein paar Nadeln den Schmerz in wenigen Minuten verschwinden lassen? Akupunktur heißt das Wundermittel. Sie beruht auf den Erkenntnissen der traditionellen chinesischen Medizin und hilft Beschwerden zu lindern – sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Im Mittelpunkt dieses Medizinsystems steht die Vorstellung von einer im Körper fließenden Lebensenergie. Alle Krankheiten und Beschwerden gehen nach den Lehren der traditionellen chinesischen Medizin auf eine Störung im Fluss der Lebensenergie, chinesisch „Qi“, zurück. Sie fließt im Körper und ermöglicht sämtliche Funktionen – ob Atmung, Verdauung, Körperabwehr, Muskelbewegung, sie werden alle von „Qi“ gesteuert.

Energiebahnen (Meridiane) durchziehen unseren Körper und versorgen ihn mit lebensnotwendiger Energie – auf diesen Bahnen liegen die Akupunkturpunkte. Wird der Energiestrom blockiert, wird gleichzeitig der Fluss von „Qi“ gestört und ein Schmerz entsteht. Durch Stimulierung der Energiepunkte kann man die Energieflüsse regulieren bzw. beeinflussen und somit den Schmerz lindern oder ganz verschwinden lassen.

Bei der Akupunktur wird genau der Punkt mit der Akupunkturnadel gereizt, der über Meridiane mit der erkrankten oder schmerzenden Körperstelle verbunden ist. Der Reiz löst einen Impuls aus, der im Fluss durch den Körper weitergegeben wird. So wird die elektrische Erregbarkeit, also der Schmerz, reduziert oder blockiert. Eine zusätzliche Stimulation der Akupunkturnadeln durch den Arzt, beispielsweise das Drehen der Nadel, bewirkt eine gezielte Beeinflussung.

Die klassische Körperakupunktur kennt ca. 360 Akupunkturpunkte. Diese befinden sich auf 14 untereinander verbundenen Meridianen, die sich netzartig über die Körperoberfläche ziehen und den Energiefluss leiten. Die Einstiche in die Haut erfolgen fast schmerzfrei durch Einmalnadeln, die nach der Benutzung entsorgt werden. Der Patient fühlt meistens nach dem Einstich ein Schwere-, Wärme- oder Druckgefühl, welches nach einigen Minuten verschwindet. Der Körper entspannt sich dann und Arme und Beine werden schwerer.

Je nachdem, welche Schmerzen behandelt werden, müssen unterschiedlich viele Akupunktursitzungen wahrgenommen werden. In der Regel werden bei akuten Erkrankungen täglich Sitzungen durchgeführt und bei chronischen Erkrankungen meist zweimal pro Woche. Eine Akupunktursitzung dauert 20 bis 45 Minuten und endet mit einer Ruhephase. Während einer Sitzung werden immer so wenig Nadeln wie möglich gestochen, maximal 16.

Die Akupunktur ist heute in der Medizin als Therapieform weitgehend anerkannt. Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Liste veröffentlicht, die insgesamt mehr als 40 Krankheitsbilder umfasst, bei denen Akupunktur erfolgreich helfen kann. Eine Akupunkturbehandlung kostet je nach Behandlungsdauer und Aufwand 30 bis 80 Euro pro Sitzung. Die Krankenkassen übernehmen nur im Falle von chronischen Rücken- und Knieschmerzen im Rahmen einer Schmerztherapie die Kosten der Sitzungen.


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