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Aus der Welt der Wissenschaft

Wege zum Wunschkind

24.05.2007
Unerfüllter Kinderwunsch – bittere Realität für jedes fünfte Paar in Deutschland. Was viele nicht wissen: Stellt sich die Schwangerschaft nach einem Jahr nicht ein, liegen die Erwartungen für eine erfolgreiche Empfängnis nur noch bei 50 Prozent, nach vier Jahren sogar nur noch bei 5 Prozent. Experten raten deshalb einen Spezialisten für Kinderwunschbehandlungen schon nach einem Jahr aufzusuchen, sich umfassend untersuchen und über moderne Methoden der medizinischen Unterstützung beraten zu lassen. Je nach Ursache der Unfruchtbarkeit kommen dann verschiedene moderne Verfahren zum Einsatz, um betroffenen Paaren ihren Wunsch vom eigenen Kind zu erfüllen. Heutzutage können Spezialisten rund sieben von zehn Paaren helfen.

Umfangreiche Diagnose steht an erster Stelle

Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch finden Mediziner meist zu gleichen Teilen bei Männern und Frauen. „Bei Männern stellen wir häufig fest, dass entweder nicht ausreichend viele oder bewegliche Spermien die Ursache der Unfruchtbarkeit darstellen“, so Dr. Achim von Stutterheim, Leiter des Zentrums für Kinderwunschbehandlungen Bremen. „Bei Frauen liegen wiederum häufig Störungen im Hormonhaushalt, in der Funktion der Eileiter oder Gebärmutter zugrunde.“ Eine umfassende Diagnose stellt somit das A und O für eine erfolgreiche Behandlung dar.

Vielfältige Möglichkeiten für verschiedene Probleme

Hormonstörungen behebt das Team um Dr. von Stutterheim durch eine individuell abgestimmte Therapie, bestehend aus der Gabe von Hormonpräparaten. Dabei steuern Medikamente in erster Linie die Funktion des Eierstocks und damit auch den Ablauf des weiblichen Zyklus. Manchmal kann allein durch diese Therapie eine natürliche Schwangerschaft eintreten. Sonst legt die Hormontherapie den Grundstein für die verschiedenen Verfahren der assistierten Befruchtung. „Bei der sogenannten Insemination übertragen wir besonders aufbereitete Spermien mit Hilfe eines dünnen Katheters direkt in die Gebärmutterhöhle“, erklärt Gynäkologe Dr. von Stutterheim. Einsatz findet das Verfahren, wenn entweder eine leichte Einschränkung der männlichen Zeugungsfähigkeit oder Auffälligkeiten am Gebärmutterhals der Frau vorliegen, die ein Aufsteigen der Spermien erschweren. Je nach medizinischer Indikation beträgt die Erfolgsaussicht 10 bis 15 Prozent pro Zyklus. Führt das besonders nebenwirkungsarme Verfahren nach vier- bis sechsmaliger Anwendung nicht zum Erfolg, bestehen nur noch geringe Chancen. Im Gegensatz dazu gestalten sich die Erfolgsaussichten für erfolgreiche Empfängnis bei In-vitro-Fertilisation – also der Befruchtung außerhalb des Körpers – deutlich besser. Zum Einsatz kommt die Methode, wenn der Mann nicht genügend, vor allem aber unbewegliche Spermien bildet oder bei der Frau eine Störung der Eileiterfunktion vorliegt. Prinzip des Verfahrens: Durch die Gabe von Medikamenten bringen Mediziner mehrere Eizellen zur Reifung, entnehmen diese und bringen sie im Labor mit speziell aufbereiteten Samen zur Verschmelzung. Von ICSI, also der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion, sprechen Experten, wenn sie den Vorgang der Befruchtung – durch Injektion der Samen direkt in die Eizellen – zusätzlich erleichtern. Nach einigen Tagen übertragen die Mediziner meist zwei erfolgreich befruchtete Eizellen in die Gebärmutter.

Chancen und Risiken im Überblick

Wie bei jedem körperlichen Eingriff ist auch die In-vitro-Fertilisation nicht ohne Risiken. Da bei diesem Verfahren durch Hormone mehrere Eizellen heranreifen, können trotz sorgfältiger Kontrollen Nebenwirkungen durch Überstimulation auftreten. Alle Symptome können Mediziner aber behandeln und bilden sich vollständig zurück. Zur Erhöhung der Erfolgschancen bei In-vitro-Fertilisation führen Spezialisten meist zwei, maximal drei Embryonen in die Gebärmutter ein, dies ist jedoch verbunden mit erhöhter Gefahr von Zwillings- und Drillingsgeburten. „In unserem Zentrum verzeichnen wir im Gegensatz zu den Durchschnittswerten deutlich geringere Mehrlingsraten. Bei knapp 20 Prozent der Paare erblicken Zwillinge das Licht der Welt, das Drillingsrisiko liegt bei nur 0,5 Prozent“, erläutert Dr. von Stutterheim. Überzeugender Vorteil der In-vitro-Fertilisation: Nach nur vier Behandlungszyklen sind 70 Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch endlich schwanger.

Weitere Informationen unter www.kinderwunschbremen.de


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