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Operation geglückt – Patient unzufrieden14.11.2007
In Deutschland werden jährlich rund 230.000 Rückenoperationen durchgeführt. Beinahe
jeder sechste Eingriff bringt aber nicht den gewünschten Erfolg. Im Gegenteil: Vielen Patienten
geht es danach schlechter. Ursache sollen zu viele unnötige Operationen und eine zu
geringe Berücksichtigung der psychischen Verfassung der Patienten sein.„Viele Rückenoperationen, die jährlich in Deutschland durchgeführt werden, sind gar nicht notwendig“, bestätigt Professor Dr. Michael Pfingsten von der Schmerzambulanz der Universität Göttingen. Mit konservativen Behandlungsformen wie der Krankengymnastik könnten in vielen Fällen gleich gute Ergebnisse erzielt werden. Misslingt der Eingriff am Rücken, bleibt die Lage für den Patienten nicht nur unverändert, sondern verschlimmert sich noch. „Durch die Operation kann eine chronische Schmerzerkrankung ausgelöst werden, unter der der Patient viele Jahre zu leiden hat“, sagt Pfingsten. Mitentscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Rückenoperation ist auch die psychische Verfassung des Patienten. „Überzeugungen, Ängste und Motivationen beeinflussen maßgeblich die Heilung“, betont Pfingsten weiter. Ein Patient, der eine lange Schmerzkarriere mit zunehmend schwerem Verlauf hinter sich hat und der gelernt hat, dass Belastung und Bewegung Schmerzen auslöst, und sie deshalb meidet, hat sehr viel schlechtere Heilaussichten, als ein Patient mit kurzer oder leichter Schmerzerfahrung. „Vor einer Operation ist deshalb die Erhebung der psychischen Faktoren wichtig“, meint Pfingsten. Für die Erfassung dieser Daten taugt ein einfacher Fragebogen, den die Patienten einfach und kostengünstig in der Praxis ausfüllen können. Das Ergebnis der Befragung hilft bei der Entscheidung für oder gegen eine Operation. Erfolg versprechend für den Ausgang einer Operation ist auch eine verhaltenstherapeutische Begleitung der Patienten. Vor der Operation sprechen Therapeuten mit den Patienten etwa eine Stunde lang über die Operation selbst, über mögliche Schmerzen und Ziele der Patienten. „In der Phantasie spielt der Patient dann die Szenarien durch, die er nach der Operation möglicherweise erlebt“, erläutert Dr. Regine Klinger von der psychotherapeutischen Schmerzambulanz in Hamburg das Konzept. Patienten mit chronischem Rückenschmerz, die an der Schulung teilgenommen haben, zeigten nach dem Eingriff eine bessere körperliche Leistung als Patienten ohne Gespräch. Quelle: dgk
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