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Neue Therapien gegen Prostatakrebs11.07.2007
Dietmar-Hopp-Stiftung fördert bundesweit einmaliges ForschungsprojektErfreulich weit fortgeschritten sind die von der Dietmar-Hopp-Stiftung GmbH geförderten Forschungsprojekte zu Prostatakrebs an der Klinik für Tumorbiologie. Innerhalb von zweieinhalb Jahren konnten die Wissenschaftler unter Leitung von Professor Dr. Clemens Unger Therapiekonzepte entwickeln, die kurz vor der klinischen Anwendung stehen und dem Patienten viel versprechende neue Perspektiven eröffnen. Forschungsaktivitäten in diesem Umfang, die sich ausschließlich auf das Prostatakarzinom beziehen, sind bislang in Deutschland einmalig. Zukunftweisende Therapieentwicklung 1. Positive Ergebnisse erzielten die Forscher im Rahmen der ersten klinischen Studie mit einer Impfung auf der Basis so genannter Dendritischer Zellen und PSA Bruchstücke. Ziel dieser Vakzinierung ist es, das körpereigene Immunsystem gegen die Prostatakrebszellen zu aktivieren. 2. Die Kontrolle des Wachstums von Prostatatumoren steht im Zentrum mehrerer Studien zu Ernährungstherapien. Hier wird die konsequente Anwendung von veganer Diät, Nahrungsergänzungsstoffen, Omega-3-Fettsäuren, Granatapfelsaft, Lykopin und Vitaminen überprüft. 3. Je gezielter Krebsmedikamente direkt in den Tumor hinein transportiert werden können, desto effizienter können sie dort ihre Wirkung gegen die Krebszellen entfalten. Als Transportvehikel haben die Wissenschaftler in der Klinik für Tumorbiologie so genannte PSA spaltbare Prodrugs entwickelt. Dieses neue Therapiekonzept zielt auf eine spezifischere Wirkung des Medikaments bei weniger Nebenwirkungen. 4. Führend ist die Klinik für Tumorbiologie darüber hinaus in der Therapieoptimierung. Die Forscher entwickelten ein Verfahren, durch das mit Hilfe von Liopsomen der Wirkstoff Gemcitabine gezielter in den Prostatatumor eingebracht werden kann. Ganzheitliche Behandlung von Prostatakrebs Diese Therapieansätze eröffnen nicht nur neue Perspektiven für Patienten mit Prostatakrebs, sie sind auch wichtige Säulen des ganzheitlichen Behandlungskonzeptes, für das die Klinik für Tumorbiologie europaweit bekannt ist. Es bildet die Grundlage des im Mai unter Federführung von Professor Unger gegründeten Prostata-Zentrums-Südbaden, in dem drei renommierte Freiburger Kliniken zum Wohle des Patienten ihre Kompetenzen bündeln. Die Stärken des Prostata-Zentrums sind individuelle Beratung, medizinische Versorgung nach neuesten internationalen Therapiestandards, Prävention durch Ernährungsberatung und Stärkung der immunologischen Abwehrmechanismen, maßgeschneiderte Therapie- und Reha-Programme sowie psychoonkologische Betreuung der Patienten. In einer regelmäßig stattfindenden interdisziplinären Sprechstunde legen Experten aus der Urologie, der internistischen Onkologie und der Strahlenheilkunde zusammen mit dem Patienten ein individuelles Therapiekonzept fest. Stichwort Prostatakrebs - Zahlen, Fakten, Therapie Jährlich wird in Deutschland bei knapp 50.000 Männern Prostatakrebs diagnostiziert. Diese Zahl veröffentlichte das Robert Koch Institut im Januar 2007. Prostatakrebs ist damit die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Rund 10.000 Männer versterben jährlich an dieser Tumorerkrankung. Die besten Heilungschancen bestehen, wenn der Krebs frühzeitig erkannt wird. In Deutschland hat jeder gesetzlich krankenversicherte Mann ab dem 45 Jahr Anspruch auf die Teilnahme an einem Krebsfrüherkennungsprogramm, das auch die Tastuntersuchung der Prostata beinhaltet. Lediglich 18 Prozent der anspruchsberechtigten Männer machen jedoch von diesem Angebot Gebrauch. Die Therapie von Prostatakrebs orientiert sich an verschiedenen Kriterien. Ausschlaggebend sind die Ausbreitung des Tumors und das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung. Bei der Wahl der Behandlung werden aber auch das Alter des Patienten, sein Gesundheitszustand und andere persönliche Faktoren berücksichtigt. Die Therapiemöglichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Operation, Bestrahlung und medikamentöser Therapie, hauptsächlich mit Antihormonen. Die Verfahren können auch miteinander kombiniert werden. Welches Verfahren jeweils in Frage kommt, sollte Gegenstand einer ausführlichen persönlichen Beratung sein. Leider besteht nicht für alle Patienten Aussicht auf Heilung, denn Prostatakarzinome werden früher oder später resistent gegenüber der antihormonellen Behandlung. Dann schreitet die Tumorerkrankung trotz Therapie fort. Die Hoffnung der Medizin liegt hier bei neuen Therapiekonzepten, die sich derzeit in Entwicklung befinden. Mehr Infos: www.prostata-zentrum-suedbaden.de www.tumorbio.uni-freiburg.de
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