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Krebs bei Kindern20.05.2008
Sind früher noch rund 75 Prozent der an Krebs erkrankten Kinder an ihrem Leiden verstorben, können heute bereits zwei Drittel geheilt werden. Dennoch herrscht in der Bevölkerung großes Unwissen über die Fortschritte und Ergebnisse der Kinderkrebsforschung. Diesem Umstand will das von der EU geförderte Projekt "Forschen heilt Krebs" entgegentreten. "An Krebs erkrankte Kinder sind augenscheinlich bisher vernachlässigt worden", sagt Robert Schlögel, Leiter der Sektion IV vom österreichischen Bundesgesundheitsministerium. "Dabei sind in den vergangenen 30 Jahren enorme Fortschritte gemacht worden". Durch entsprechende Behandlung könnte heute ein Großteil der Kinder geheilt werden. Jährlich gibt es in Deutschland und Österreich insgesamt 2.250 Krebsneuerkrankungen bei Kindern im Alter bis 15 Jahren.Mit vielfältigen Maßnahmen will das Projekt, das auf eine Dauer von zwei Jahren angelegt ist, die Öffentlichkeit für das Thema Krebs bei Kindern sensibilisieren und den Nutzen von Wissenschaft und Forschung aufzeigen. "Das Verständnis, dass Forschung gegen Krebs im Kindesalter enorm wichtig ist, fehlt bisher in der Bevölkerung", berichtet Universitätsprofessor und Projektleiter Helmut Gadner vom St. Anna Kinderhospital in Wien . Da Krebserkrankungen bei Kindern auch ein weniger häufiges Leiden sind als bei Erwachsenen, werde die Forschung von Seiten der Pharmaunternehmen häufig vernachlässigt. Diesem Unwissen wolle man entgegenwirken und zeigen, dass der Kinderkrebs heute ein durchaus heilbares Leiden ist. Dazu führt die Initiative, an der neben dem St. Anna Kinderspital auch die Deutsche Kinderkrebsstiftung und die Otto Pammer Filmproduktion beteiligt sind, eine Reihe von Veranstaltungen für die Öffentlichkeit durch. Auch Fachtagungen sind Teil des Aufklärungsprogramms. So findet derzeit unter Schirmherrschaft von "Forschen heilt Krebs" ein internationales Experten-Symposium zum Thema "Etablierte Erfolge, Herausforderungen für die Zukunft" in Wien statt. Um die Bevölkerung anzusprechen finden sowohl in Deutschland wie auch in Österreich verschiedene Veranstaltungen mit ehemaligen und vollständig geheilten Kinderkrebs-Patienten statt. Die Deutsche Kinderkrebsstiftung führt so unter anderem eine Regenbogenfahrt durch. Hier wollen ehemalig Betroffene mehrere Behandlungszentren für pädiatrische Onkologie besuchen, um einerseits den neu erkrankten Kindern Mut zu machen und andererseits "zu zeigen, dass man eine Krebserkrankung überwinden und auch körperlich wieder leistungsfähig werden kann", wie Jens Kort, Geschäftsführer der Kinderkrebsstiftung, ausführt. In Österreich ist eine Gipfelbesteigung mit ehemaligen Krebspatienten geplant. Auch eine Internet-Plattform, eine TV-Dokumentation und ein Aufklärungsforum für Schüler sollen helfen, das Thema Kinderkrebs publik zu machen. Denn bei Kindern und Jugendlichen ist Krebs nach Unfällen die zweithäufigste Todesursache. Die Erkrankung verläuft bei Kindern zudem aggressiver als bei Erwachsenen, viele Kinder würden so ohne effiziente Therapie nur wenige Monate überleben. Deshalb sei es notwendig, so Gadner, den Nutzen der Forschungsprozesse und -Erkenntnisse verständlich und nachvollziehbar zu vermitteln und den Zusammenhang zwischen verbesserten Heilungschancen, Labor- und klinischer Forschung sowie deren Finanzierung bekannt zu machen. Mehr Informationen: http://www.ccri.at/forschenheiltkrebs http://www.stanna.at http://www.kinderkrebsstiftung.de
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