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Babynahrung für Allergie-Risikokinder01.12.2005
Bei der Entwicklung moderner Babynahrung speziell für allergiegefährdete Kinder sind Wissenschaftler wieder einen Schritt weiter gekommen: Neueste Untersuchungen weisen darauf hin, dass bestimmte langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LC-PUFA) die Ausbildung des kindlichen Immunsystems positiv beeinflussen und somit möglicherweise einen Beitrag zum Allergieschutz leisten können. Allergieschutz durch starkes Immunsystem Bislang verfolgten Experten bei der Allergievorbeugung vor allem die Strategie, Allergie auslösende Substanzen zu vermeiden. Die Antwort hierauf ist beispielsweise hypoallergene (H.A.) Babynahrung, bei der das potentiell Allergie auslösende Milcheiweiß in kleinere Bruchstücke zerlegt wird, die keine Allergien auslösen können. Einem modernen Ansatz zufolge ist es zusätzlich sinnvoll, gezielt Nahrungsbestandteile zu nutzen, die vor Allergien schützen können. So rücken neueste Untersuchungen bestimmte langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren (long chain polyunsaturated fatty acids, LC-PUFA) in das Licht der Aufmerksamkeit. Wissenschaftler vermuten, dass diese Fettsäuren die Entwicklung und Schwere allergischer Symptome mitbestimmen (immunmodulierende Wirkung). Denn sie dienen als Ausgangsstoff für Mittlersubstanzen, die eine Sensibilisierung gegen potentielle Allergieauslöser und Entzündungsprozesse beeinflussen können. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass LC-PUFA die Besiedlung des Darms mit immunstärkenden probiotischen Bakterien wie etwa Bifidobakterien erleichtern. Eine ausgewogene Menge dieser Fettsäuren kann somit das noch unreife kindliche Immunsystem unterstützen. Zusätzlich spielen LC-PUFA bei der Entwicklung von Gehirn und Sehfähigkeit eine wichtige Rolle. Mit LC-PUFA noch näher am Vorbild Muttermilch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Fettsäuren und Allergien liefern die Ernährungsgewohnheiten in den Industrieländern1. Danach steigt der Konsum von Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an omega-6-Fettsäuren, beispielsweise linolsäurenreiche Margarine, während Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an omega-3-Fettsäuren wie etwa Fisch immer seltener auf dem Speiseplan stehen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Menschen mit Allergien hierzulande seit Jahren zu; 25 bis 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland entwickeln eine atopische Erkrankung wie allergischen Schnupfen, Asthma oder Neurodermitis. Erblich vorbelastete Kinder tragen ein Risiko von bis zu 80 Prozent, eine Allergie zu entwickeln. Gerade für diese Kinder ist die Ernährung in den ersten Lebensmonaten entscheidend. Muttermilch ist die beste Wahl, denn sie ist arm an potentiell allergieauslösendem Milcheiweiß, fördert die Besiedlung des Darms mit Bifidobakterien und enthält eine ausgewogene Menge an LC-PUFA. Probiotische hypoallergene Babynahrung mit einem ähnlichen LC-PUFA-Gehalt ist für Risikokinder, die nicht gestillt werden können, eine gute Alternative. Weitere Informationen zum Thema Allergievorbeugung finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V.: www.dha-allergien-vorbeugen.de dha
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