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Wellnessküche

Alles "Bio" oder was?

22.10.2008
Bioprodukt das bedeutet kein Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen, Dünger, Pflanzenschutzmitteln oder dergleichen. Der Bio-Markt boomt. Jedoch reichen die heimischen naturbelassenen Erzeugnisse, die auf dem Wochenmarkt oder direkt vom Bauernhof gekauft werden, offenbar längst nicht mehr aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Importe aus aller Herren Länder rücken nach.

Biokost aus aller Welt füllen die Regale: grüne Bohnen aus Ägypten, Gurken aus Ungarn, Bio-Getreide aus Russland, Kasachstan und Kanada oder rund 23.000 Kilometer weit gereistes Lammfleisch aus Neuseeland. Brancheninsider schätzen, dass bis zu 30 Prozent der Ware aus dem Ausland für den ökologischen Verbraucher in Deutschland kommen: Nicht nur exotische Früchte werden importiert, sondern außerdem Obst und Gemüse, das auch in Deutschland wächst nur eben nicht in ausreichender Menge. Nach Schätzungen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP) verzeichnen der Lebensmitteleinzelhandel und Naturkostfachhandel deutliche Zuwächse, während Bäcker, Metzger und Direktvermarktung ab Hof und auf dem Wochenmarkt kräftige Einbußen hatten. 2007 wurden in Deutschland etwa 10 Prozent mehr Bioprodukte verkauft als im Vorjahr und das trotz einer Preissteigerung von 7,3 Prozent. Der Umsatz ist sogar um ganze 18,4 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 2008 sind in Deutschland die Ausgaben für Bio-Produkte erneut gewachsen.

Die ausländischen Bio-Artikel sind weit gereist und haben durch oft teure und umweltbelastende Transportwege eine schlechte Ökobilanz. Denn um vom Erzeuger bis zum Verbraucher zu gelangen, benötigen diese Produkte viel Treibstoff. Deshalb gilt: Produkte am besten immer saisonal und regional wählen. Lieber Erdbeeren aus Schleswig-Holstein im Sommer als die gleichen Früchte im Winter aus Israel. Der weitgereiste Apfel oder die Bohnen sind trotzdem noch Bio , sofern sie eines der anerkannten Bio-Siegel tragen. Die Bio-Kriterien müssen auch in den anderen Ländern eingehalten und überprüft werden.

Die Bio-Welle ist längst zur Flut geworden. Neben ökologisch erzeugten Lebensmitteln erstreckt sich der Bio-Boom weiter auf Kosmetika, Bedarfsgegenstände, Genussmittel oder sogar Tourismus. T-Shirts aus biologischer Baumwolle, 100 Prozent biologisch angebauter Tabak, Bio-Hotels oder Bio-Möbel sind die neuesten Trends des Bio-Marketing, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Weitere Informationen:
ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtstelle
für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH
Rochusstraße 2, 53123 Bonn
Tel. (0228) 9777-0, Fax (0228) 9777-300



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