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Vitamine und Mineralstoffe

Schützt Kalzium auch vor Darmkrebs?

15.03.2005
Nicht nur vor Osteoporose auch vor Darmkrebs scheint Kalzium Frauen im Alter zu schützen. Eine hohe Kalziumzufuhr vermag das Risiko offenbar um bis zu 46 Prozent zu senken. Dies ergab die späte Auswertung einer Mammographiestudie aus den siebziger Jahren, die im Rahmen dieser Untersuchung schon für Magnesium eine Schutzwirkung gefunden hatte.

Erst vor kurzem überraschte die Meldung, dass eine hohe Magnesiumzufuhr offenbar das Darmkrebsrisiko zu senken vermag. Jetzt wird diese Schutzwirkung auch für ein weiteres Mineral angenommen, das Kalzium. Neben der Osteoporoseprophylaxe wäre dies ein weiterer gewichtiger Grund für Frauen im fortgeschrittenen Alter, auf eine ausreichende Kalziumzufuhr zu achten.

Die neuen Erkenntnisse sind das Ergebnis einer späten Auswertung des Breast Cancer Detection Demonstration Projects, welches in den siebziger Jahren den Stellenwert der Mammographie in der Brustkrebsvorsorge bei Frauen über 40 Jahren untersucht hat. Anhand des dabei ausgefüllten Ernährungsfragebogens konnte auch die Kalziumzufuhr der Teilnehmerinnen durch Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel bestimmt werden. Bei insgesamt 45.354 untersuchten Frauen kam es im Verlauf von 8,5 Jahren zu insgesamt 482 kolorektalen Karzinomen. Die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Kalziumzufuhr und Darmkrebs ergab eine lineare Abnahme des Krebsrisikos mit steigender Kalziumzufuhr.

Frauen, die mit der Nahrung mehr als 831mg Kalzium täglich zu sich nahmen, erkrankten zu 26 Prozent weniger an Darmkrebs als jene mit der geringsten Kalziumzufuhr von unter 412 mg pro Tag. Bei der Einnahme von Kalziumpräparaten (mehr als 800 mg Kalzium pro Tag) verhielt es sich ähnlich: Die Erkrankungsrate war hier um 24 Prozent geringer. Am eindrucksvollsten war jedoch die Wirkung einer Kombination aus der Einnahme von Kalziumpräparaten und einer hohen Zufuhr über die Nahrung. In dieser Gruppe war das Risiko um bis zu 46 Prozent geringer.

Die Wissenschaftler wissen noch nicht sicher, wie diese Wirkung zustande kommt. Weitere groß angelegte Studien wären für eine Erklärung der Zusammenhänge notwendig. Dennoch sollten Frauen ab 40 nicht nur um des Darmkrebsrisikos willen ausreichend Kalzium zuführen, auch für den Schutz der Knochen ist dies notwendig. Zudem liegt die für eine Schutzwirkung notwendige Einnahmemenge unter der empfohlenen Höchstmenge von 1200 mg täglich und sollte für Frauen somit unbedenklich sein. Anders verhält es sich bei Männern, wo der Verdacht besteht, dass eine höhere Kalziumzufuhr eine Erhöhung des Prostatakrebsrisikos zur Folge hat.



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