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Vitamine und Mineralstoffe

Deutsche nicht ausreichend versorgt

04.07.2007
Ein Mangel des lebenswichtigen Vitamins Folsäure kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Folsäure wirkt nämlich als Gegenspieler des giftigen Stoffwechselzwischenproduktes Homocystein, welches das Risiko für Arterienverkalkung und damit für Schlaganfall und Herzinfarkt steigert. 90 Prozent der Deutschen nehmen zu wenig Folsäure auf, denn das Vitamin ist in Lebensmitteln nicht lange haltbar.

Folsäure ist an vielen Stoffwechselfunktionen wesentlich beteiligt und in erster Linie für das Zellwachstum und die Zellerneuerung verantwortlich. Ein Mangel begünstigt das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin, das vom menschlichen Körper nicht selbst gebildet werden kann und deshalb täglich mit der Nahrung zugeführt werden muss. Weil sie sehr temperatur-, licht und sauerstoffempfindlich ist, wird sie beim Kochen und Lagern schnell zerstört. Deshalb sind fast alle Deutschen mit diesem Vitamin unterversorgt. Laut Erhebungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nehmen je nach Altersgruppe Männer nur 59 bis 70 Prozent der empfohlenen täglichen Verzehrsmenge von 400 Mikrogramm auf, Frauen sogar noch weniger: Weil sie in der Regel weniger essen als Männer, liegt bei ihnen die Zufuhr je nach Altersgruppe nur bei 52 bis 63 Prozent. Ihren Namen verdankt die Folsäure dem lateinischen Wort „folium“, zu Deutsch „das Blatt“. Diese Namensgebung ist ein erster Hinweis darauf, in welchen Lebensmitteln die Folsäure am häufigsten vorkommt. An erster Stelle stehen Blattsalate und grünes Gemüse, folsäurereich sind zudem Leber und Hülsenfrüchte. Damit die tägliche empfohlene Zufuhrmenge an Folsäure erreicht wird, sollten diese Lebensmittel möglichst häufig auf dem Speiseplan stehen. Wer es nicht schafft, regelmäßig Salat, Gemüse, Hülsenfrüchte und Leber in größeren Mengen zu essen, kann auch auf Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke zurückgreifen.

Weil Folsäure zusammen mit den Vitaminen B6 und B12 vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützt, sollen insbesondere ältere Menschen auf eine ausreichende Folsäureversorgung achten. Die drei Vitamine sorgen dafür, dass das giftige Stoffwechselprodukt Homocystein zu einer unschädlichen Substanz abgebaut wird. Ist im Körper nicht genügend Folsäure vorhanden, steigt der Homocysteinspiegel im Blut an. Dadurch können sich die Arterien verengen und die Gefäßwände verhärten. Die Folge: Die Blutversorgung in manchen Organen wie Herz und Hirn kann zum Erliegen kommen. Insbesondere Menschen mit ersten Anzeichen für Herz-Kreislaufprobleme, sollten ihren Homocysteinspiegel beim Arzt bestimmen lassen. Bei Werten über 15 Mikromol Homocystein pro Liter Blut empfiehlt sich eine Therapie mit einer hochdosierten Kombination aus Folsäure, Vitamin B6 und B12. Forscher der Universität Jena veröffentlichten Anfang 2006 die JAVIS-Studie, in der über 60-Jährige mit leicht erhöhten Homocystein-Werten ein Jahr lang das Medikament Medyn forte eingenommen hatten. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass mit dieser hochdosierten Vitaminkombination die Bildung von Schäden an den Blutgefäßwänden verringert werden konnte. Es ist in Deutschland das einzige als Arzneimittel zugelassene Präparat zur Senkung erhöhter Homocysteinspiegel.

Eine Infobroschüre zum Thema Homocystein kann gegen Einsendung eines mit der eigenen Anschrift versehenen und mit 1,45 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlags beim Deutschen Grünen Kreuz angefordert werden. Die Adresse:

Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort Homocystein
Schuhmarkt 4
35037 Marburg



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