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Wir sind Deutschland - auch beim Essen

12.01.2006
"Was vordergründig als Dilemma erscheint, bietet für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft Chancen, sich national und international zu behaupten", erklärte Werner Hilse, Vorsitzender des Aufsichtsrates der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche 2006 in Berlin.

Sich immer stärker differenzierende Ansprüche an Lebensmittel würden die Wirtschaft vor große Herausforderungen stellen. Darin läge jedoch auch ein enormes Potenzial, das es mit Innovationen auszuschöpfen gelte.

Die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft habe sich trotz spürbarer Stagnation aufgrund mangelnder Binnennachfrage behaupten können. Sie stelle nach wie vor eine verlässliche Größe innerhalb der Gesamtwirtschaft dar. Vor allem der Export habe dazu beigetragen, die Wirtschaftskraft der Branche zu stabilisieren. Käufer deutscher Produkte im Ausland seien häufig Singles oder Familien mit gehobenem Lebensstandard, denen die Qualität wichtiger sei als der Preis. Dieser Kundenkreis vertraue auf die hochwertige Qualität von Lebensmitteln deutscher Herkunft. Dies sei unter anderem ein maßgeblicher Grund dafür, dass Deutschland in Sachen Agrar- und Lebensmittelexporte innerhalb der EU den Spitzenplatz und weltweit Rang 4 belege. "Diese positive Einstellung zu deutschen Produkten gilt es auch wieder verstärkt im eigenen Land zu verankern", unterstrich Werner Hilse.

Dass die Zeichen dafür gut stehen, belegt Jörn Dwehus, Geschäftsführer der CMA, anhand aktueller Marktforschungsdaten. So seien sich vor allem Qualitätskäufer der hohen Standards, der Produktvielfalt und des guten Geschmacks von Lebensmitteln aus deutscher Erzeugung bewusst, genauso auch der Anstrengungen bezüglich Kontrollen, Qualitätssicherung und Nachvollziehbarkeit auf gesetzlicher Ebene wie auf der Ebene der Wirtschaft selbst.

Nach wie vor spiele aber der Preis eine wesentliche Rolle bei der Einkaufsentscheidung. Befragungen zufolge belege dieses Kriterium mit 89 Prozent einen der vorderen Plätze. Gerade bei Qualitätskäufern setze sich jedoch die Erkenntnis durch, dass ein rein preisorientiertes Einkaufen auch negative Folgen für die Gesamtwirtschaft haben könne. "Ein verordnetes Dumping-Preis-Verbot wird zwiespältig gesehen. Gegenüber einer staatlichen Regulierung besteht Skepsis", zitiert Jörn Dwehus Ergebnisse einer Verbraucherbefragung der CMA. Hier sei vor allem die Wirtschaft gefordert, sich auf die Bedürfnisse der Verbraucher einzustellen und mit Innovation zu reagieren, um Wertschätzung für die Produkte zu schaffen und damit die Basis für Wertschöpfung zu legen.

Über Grundbedürfnisse hinaus könnten Lebensmittel auch weiteren Zusatznutzen für die Konsumenten bieten. Dafür seien diese durchaus bereit, entsprechende Preise zu akzeptieren. Als Beispiele führt Dwehus Produktsegmente an, die heutigen Ansprüchen in Folge sinkender Haushaltsgrößen, wachsender Mobilität oder gestiegenen Bewusstseins für Wellness und körperliches Wohlbefinden entsprächen. Die CMA betrachte sich hier als Impulsgeber und Mittler im Dialog zwischen Erzeugern, verarbeitender Wirtschaft und Handel einerseits sowie Verbrauchern, Interessengruppen und Politik auf der anderen Seite.



cma


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