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Herbstzeit: Pilze sammeln – aber richtig07.10.2008
Jetzt im Herbst ist wieder „Pilzzeit“. Pilze sammeln auf heimischen Wiesen und in Wäldern
ist mittlerweile zu einem beliebten Hobby geworden, das man aber mit Rücksicht auf
die Natur und auch mit Vorsicht ausüben sollte! Für Anfänger gilt: Erst informieren, dann genießen.Um bei den verschiedenen Pilzarten die essbaren von den giftigen unterscheiden zu können, ist gute und vor allem aktuelle Literatur unabdingbar. In älteren Lehrbüchern werden manche Pilze als essbar, heute mittlerweile aber nach Erfahrungen der Giftnotrufzentralen als giftig oder giftverdächtig eingestuft. Wer nicht wirklich pilzkundig ist, der sollte sich auf jene Arten beschränken, die er gut kennt und sicher bestimmen kann, denn bei etwa 2.500 heimischen Arten von Wald- und Wiesenpilzen (europaweit sind es etwa 6.000 Arten) ist die Gefahr, einen Giftpilz zu erwischen, sehr groß, zumal fast jeder Pilz einen Doppelgänger hat, der oft „nur“ ungenießbar, manchmal aber auch tödlich giftig ist. Giftige Pilze sind vor allem der grüne, der kegelhütige und der weiße Knollenblätterpilz, der Nadelholzhäubling oder der Schleierling. Zudem sehen Pilze auf den Abbildungen oft anders aus als in der Natur. Beim jungen Pilz fehlen typische Erkennungsmerkmale oft ganz. Ortsansässige Pilzsachverständige können hierbei helfen. Nicht alles, was Pilzvergiftung genannt wird, ist auch eine. So gibt es auch nach Pilzmahlzeiten ganz normale Lebensmittelvergiftungen, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Diese treten beispielsweise auf, wenn die Pilze zu lange oder nicht sachgemäß gelagert oder transportiert (nicht in Plastiktüten oder luftdichten Gefäßen, immer luftig in Körben o. ä. transportieren), schimmelig gekauft oder gesammelt wurden. Zudem berichten Giftnotrufzentralen auch von eingebildeten Pilzvergiftungen: Menschen glauben fest daran, Giftpilze gegessen zu haben, und leiden unter den entsprechenden Beschwerden, obwohl sie nachweislich ungiftige Speisepilze zu sich genommen haben. Auch gibt es eine allergische oder Überreaktion auf Pilze – wie bei jedem anderen Lebensmittel auch. Ein häufig beschriebenes Beispiel ist die Quaddelsucht mit peitschenartigen Striemen auf der Haut nach dem Genuss von Shiitake. Was tun bei einer Pilzvergiftung? Gehen Sie unverzüglich zum Arzt oder rufen Sie sofort die Giftinformationszentrale an (Adressen unter www.dgk.de, Stichwort: Giftnotrufzentralen) Heben Sie Pilzreste oder Erbrochenes auf. Dies ist unerlässlich für die Giftbestimmung. Provozieren Sie jedoch keinesfalls Erbrechen. Alle, die das Pilzgericht gegessen haben, sollten den Arzt kontaktieren, auch wenn noch keine Symptome aufgetreten sind. Trinken Sie keine Milch. Milch begünstigt die Giftaufnahme. Quelle: dgk Weitere Informationen: www.toxinfo.org/pilz, www.bfr.bund.de, www.bfs.de, www.dgk.de
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