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Saisonale Tipps

Grünkohl – nichts für feine Pinkel?

30.01.2008
Als typisch norddeutsch gilt der von Hobbygärtnern liebevoll als Gärtnerpalme bezeichnete Grünkohl. Und das ist gar nicht so falsch: Deutschlands erste und einzige Grünkohl-Akademie hat ihren Sitz in Oldenburg. Ursprünglich stammt der Winterkohl aber aus dem östlichen Mittelmeerraum, aus Griechenland, wo er bereits vor 2000 Jahren angebaut wurde. Beliebt ist der Vitaminspender wegen seines sehr eigenen herb-süßen Geschmacks. Noch vor ein paar Jahren galt die Regel, den Grünkohl erst nach dem ersten Frost zu schneiden. Niedrige Temperaturen ließen den Zuckergehalt steigen. Dadurch entfalte sich erst das volle Aroma. So ganz stimmt das nicht: Je später die Ernte, desto süßer und aromatischer der Grünkohl. Mit dem Frost hat es streng genommen nichts zu tun.

Grünkohl wächst sehr schnell. Im Garten liebt die Pflanze sonnige Plätze und einen nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden. Die Blattkohlart wird bis zu einem Meter hoch. Am schmackhaftesten sind die oberen Blätter. Aber nicht nur der Spezies Mensch schmeckt der Grünkohl. Läuse, Raupen und Schnecken bedienen sich auch gerne an dem nahrhaften Kohl. Oft schützen Netze die heranwachsenden Pflanzen.

Frische Grünkohlblätter sollten beim Kauf saftig grün und fest sein. Nur dann ist noch alles drin und dran. Selbst im Kühlschrank lässt sich die in vielen Gegenden auch Braun-, Kraus-, Feder-, Schlitz- oder Winterkohl genannte Köstlichkeit nur zwei bis drei Tage halten. Im Vergleich zu anderen Kohlarten enthält der Grünkohl am meisten Eiweiß und Kohlenhydrate. Er ist ballaststoffreich und verfügt über eine größere Menge der Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Auch mit Vitaminen geizt der Grünkohl nicht. Gerade das im Winter wichtige Vitamin C ist in dem Gemüse reichlich vorhanden. Aber auch die fettlöslichen antioxidativen Vitamine A und E liefert der Grünkohl.

Der hohe Nährstoffgehalt kann aber nur dann genutzt werden, wenn der Kohl nicht völlig verkocht wird. Schonende Zubereitung heißt auch hier die Devise. Wenig Wasser und kurze Kochzeiten – das passt für viele Hobbyköche nicht zum Grünkohl. Gern wird er sehr fettreich mit Pinkel serviert. Pinkel ist eine in Norddeutschland traditionelle Wurst aus Hafergrütze, Rindernierenfett und verschiedenen Gewürzen. Für echte Liebhaber, das einzig wahre Rezept für Grünkohl. Wer mit dieser Rezeptur wenig am Hut hat, muss aber nicht auf die interessante Gemüsealternative verzichten.

Eine schonende Art, den Grünkohl zuzubereiten ist das Garen im Dampfgargerät. Hier kommt der Kohl gar nicht direkt mit dem Nährstoff auslaugenden Wasser in Berührung. Außerdem bleibt bei diesem Garverfahren das ursprüngliche Aroma am besten erhalten.

Sie sind auf den Geschmack gekommen? Das folgende Rezept ist leicht nachzukochen, vitaminreich und äußerst lecker.

Stampfkartoffeln mit Grünkohl
Zutaten für 4 Personen

500 g Grünkohl
600 g Kartoffeln
1 Rauchwurst oder 4 Mettendchen
20 g Butter
etwas Milch
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung

Grünkohl fein schneiden und in einen gelochten Garbehälter geben. Für 10 Minuten bei 100°C in den Dampfgarer geben.
Kartoffeln schälen, vierteln und in eine weitere gelochte Garschale geben. Auf den vorgegarten Grünkohl die Mettendchen legen. Kartoffeln und Grünkohl für 20 bis 25 Minuten bei 100°C garen.
Kartoffeln in einen Topf umfüllen und zerstampfen. Butter und Milch hinzufügen und mit den Gewürzen abschmecken.
Kartoffeln und Grünkohl miteinander vermengen und in einer Schale mit der Wurst anrichten.

Quelle: dgk


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