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Nahrungsbestandteile- und Ergänzungen

Ernährungssituation deutscher Kinder und Jugendlicher

25.10.2005
Das Krümelmonster, beliebte Figur aus der Sesamstraße und bekannt für seine Keksfressattacken, darf seit diesem Jahr nicht mehr so viele Plätzchen essen. Das US-Fernsehen reagierte somit auf die hohe Zahl an übergewichtigen Kindern in den USA. Das blaufellige Stofftier dürfe wegen seiner Vorbildfunktion daher nur noch begrenzt seine geliebten Süßigkeiten in sich hineinstopfen.

"Auch in Deutschland leiden immer mehr Kinder und Jugendliche an Übergewicht und den damit assoziierten Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes", skizziert Michael J. Lentze, Direktor der Kinderklinik und des Zentrums für Kinderheilkunde der Universität Bonn, die aktuelle Situation. In der "Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin" (Hippokrates Verlag, Stuttgart. 2005) geht er davon aus, dass zwischen zehn und zwanzig Prozent aller Kinder und Jugendliche übergewichtig, acht Prozent sogar fettleibig seien. Trotz dieser Zahlen würden sich deutsche Kinder und Jugendliche jedoch gut ernähren, was die Zusammensetzung ihrer Ernährung betreffe, so Lentze. Eine Langzeitstudie des Forschungsinstituts für Kinderernährung habe sogar ergeben, dass sich die tägliche Energieaufnahme pro Tag in den letzten 18 Jahren nicht geändert habe. Und das trotz steigender Beliebtheit beispielsweise von Fast Food. Lentze betont, dass für die Zunahme des durchschnittlichen Körpergewichts von deutschen Kindern insbesondere die mangelnde Bewegung schuld sei.

Einen besonderen Stellenwert in der kindlichen und jugendlichen Ernährung misst der Direktor der Kinderklinik und des Zentrums für Kinderheilkunde der Universität Bonn den Mikronährstoffen zu. Um eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung zu gewährleisten, sollte man Kindern zum Beispiel keine rein vegane Kost oder eine "Außenseiterdiät" wie die makrobiotische Ernährungsweise bieten. "Diese Ernährungsarten liefern zu wenig Vitamine, Mineralstoffe und Energie", so der Autor. Die zusätzliche Zufuhr von Vitaminen in Form von Vitaminpräparaten hält der Ernährungsexperte in besonderen Lebensumständen für sinnvoll. So sollte man beispielsweise Kindern im ersten Lebensjahr Vitamin D geben, da die Versorgung mit diesem Vitamin über die Muttermilch mangelhaft sei und das Kind in seinem ersten Jahr den größten Längenzuwachs während des ganzen Lebens habe. Zum anderen sei die Vergabe von Vitamin D in der Pubertät sinnvoll, wobei, so Lentze, besonders dunkelhäutige Migrantenkinder und muslimische Mädchen, die ihre Haut verhüllen müssten, entweder ausreichend Sonnenzufuhr bekommen oder entsprechend Vitamin D einnehmen sollten.

Eine englische Studie, die bei einer regelmäßigen Einnahme eines Multivitaminpräparates bei normalen Schulkindern eine Verbesserung der nonverbalen Intelligenz feststellte, könne nach Meinung Lentzes jedoch keine allgemeine Gültigkeit haben. Zusätzliche Studien müssten durchgeführt werden, um "diese Beobachtung" entweder zu stützen oder zu verwerfen.



Michael J. Lentze: Mikronährstoffe im Kindes- und Jugendalter, Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin 2005; 3: 20-21


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