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Nahrungsbestandteile- und Ergänzungen

Doping aus dem Supermarktregal?

© 5am Tag
23.02.2010
Probiotischer Joghurt stärkt die Immunabwehr, Fischöl im Brot hält das Herz gesund, ACE-Säfte und Multivitamintabletten machen fit? Mehr als ein Drittel der Verbraucher in Deutschland greift beim Einkaufen bewusst zu Produkten, die künstlich angereichert sind. Das ergab eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK. Insbesondere die unter 30-Jährigen setzen zunehmend auf Functional Food. Die Hälfte dieser Altersgruppe kauft häufig oder hin und wieder Lebensmittel aus dem Labor. Paradox: Nur sechs Prozent der Befragten glauben, dass diese Lebensmittel für eine gesunde Ernährung notwendig sind. Silke Willms, Ernährungsexpertin der DAK, bestärkt die Zweifler: „Vitamine und andere Nährstoffe aus der Retorte haben nicht die gleiche Wirkung wie die natürlichen Vorbilder. Überdosiert können sie der Gesundheit sogar schaden.“

Viel hilft nicht viel
Die Ernährungswissenschaftlerin kritisiert, dass Lebensmittelhersteller bei der „Verbesserung“ ihrer Produkte mitunter die gesunden Grenzen weit überschreiten. Zum Beispiel gehören künstliche Vitamine zu den beliebtesten Fitmachern für Nahrungsmittel. Einige angereicherte Getränke wie Multivitaminsäfte können schon bei kleineren Trinkmengen bis zu 200 Prozent der empfohlenen täglichen Vitaminmenge enthalten. Silke Willms warnt vor den Folgen der Überdosierung: „Auf Dauer kann zum Beispiel zu viel Vitamin A die Knochen angreifen. Sie werden porös und brüchig.“ Auch die Vitaminkombination ACE provoziert manchmal das Gegenteil ihrer gesunden Wirkung: Statt die zellschädigenden freien Radikale einzufangen, verstärkt sie im Übermaß genossen den gesundheitsschädlichen Effekt dieser aggressiven Stoffe.

Natürlich gut versorgt
Auch bei richtiger „Dosis“ ist die gesundheitsfördernde Wirkung von künstlichen Vitaminen und Ballaststoffen fraglich. Da der natürliche Bauplan der Nährstoffe sich nicht bis ins letzte Detail kopieren lässt, können winzige Abweichungen zu unerwünschten Wirkungen führen. Zudem behindern künstliche Zusätze auch das Zusammenspiel von natürlichen Vitaminen, Spurenelementen, Mineral- und Ballaststoffen. Ernährungsexpertin Silke Willms empfiehlt daher, sich auf die natürlichen Nährstoffquellen zu verlassen: „High-Tech-Lebensmittel braucht kein Mensch. Vollkornbrot zum Beispiel steckt voller natürlicher Vitamine und Mineralstoffe. Und zweimal in der Woche fettreicher Seefisch wie Hering oder Lachs auf dem Tisch ist auf jeden Fall gesünder als jeden Tag Brot mit zugesetzten Omega-3-Fettsäuren.“

Ernährungs-Tipps
Auf Frische achten: Obst und Gemüse liefern frisch die meisten Vitamine und Nährstoffe. Lange Lagerung sollte man vermeiden. Besser ist es, regionale Produkte mit kurzen Transportwegen einzukaufen.
Pur genießen: Fleisch und Milchprodukte versorgen den Körper ausreichend mit Mineralstoffen und Eiweiß.
Eine warme Mahlzeit pro Tag: Gekochte Lebensmittel erschließen dem Organismus Vitamine, Mineralstoffe und Inhaltsstoffe, die er aus Rohkost nicht gewinnen kann.
Bewegung: Bewegung an der frischen Luft stärkt die Knochen besser als alle Kalziumpräparate. Denn während die Muskelarbeit die knochenaufbauenden Zellen anregt, stimuliert das Tageslicht zusätzlich die Bildung des „Knochenvitamins“ D.

* Repräsentative DAK-Umfrage, September 2009; 1.000 Befragte im Alter von 18 bis 60 Jahren



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