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Bio drauf - Bio drin?

01.10.2006
Bio ist in. Nicht nur in Naturkostfachgeschäften und Bio-Discounter, auch bei Aldi, Penny oder Lidl wird die grüne Kost angeboten. Mehr als 10% der Verbraucher zählen zu Intensivkäufern von Bio-Produkten und jeder zweite Verbraucher kauft sie gelegentlich. Entsprechend konnte in 2005 die Bio-Branche ein Umsatzplus von 15% verbuchen.

Doch ist wirklich überall Bio drin, wo es drauf steht? Kann die Kartoffel aus dem Discounter Bio sein? Die Antwort lautet: Ja. Denn seit 1993 gibt es eine allgemeine EU-Verordnung über den ökologischen Landbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel. Sicher ist somit, dass sich hinter den Eigenmarken der Supermärkte wie bei Norma die Bio-Sonne oder bei Plus das Label BioBio zumindest EU-Bio-Qualität verbirgt und damit zu 95% geprüfte Qualität.

Aber wie immer steckt der Teufel im Detail. Die EU-Bio-Verordnung aber stellt lediglich Mindest-anforderungen an Produzenten und Hersteller und erlaubt beispielsweise rund 36 verschiedene Zusatz-stoffe. Bei der Wurst ist erst ab 2007 geregelt, welche Stoffe ihr beigefügt werden dürfen. Möglich ist auch, dass auf einem Hof gleichzeitig biologische und konventionelle Landwirtschaft betrieben werden darf. Obst- und Gemüsesäfte müssen nicht durch Pressen der Früchte gewonnen, sondern dürfen aus Fruchtsaftkonzentrat rückverdünnt werden. So genannte natürliche Aromastoffe kommen oft aus dem Labor, Bio-Trauben sind nicht zwangsläufig biologisch gekeltert und bei Babynahrung ist meist nur ein Teil des Sortiments aus anerkanntem ökologischem Anbau. Vor diesem Hintergrund gilt es, Bio-Siegel sehr differenziert zu betrachten.

Transparenz im Dschungel der Bio-Siegel
Der Ratgeber von Annette Sabersky hilft durch den Bio-Dschungel. Er erklärt, wie sich echte Öko-Kost von Pseudo-Bio unterscheidet - wer kennt schon den genauen Unterschied zwischen „aus kon-trolliert biologischem Anbau“ und „kontrollierte Qualität“? - und erläutert die wichtigsten Bio-Labels sowie die Herkunft von Produkten. Er macht ebenfalls auf Fallen aufmerksam – beispielsweise stecken hinter der Bezeichnung ‚aus integrierter Landwirtschaft’ keine Bioprodukte genauso wenig wie Produkte aus ‚fairem Handel’ Bioqualität haben müssen -, gibt praktikable Einkaufstipps und blickt über den Tellerrand hinaus. Denn Bio-Kost boomt nicht nur hierzulande, man kann sie auch über die Grenzen hinaus genießen.

Zur Autorin
Annette Sabersky ist Ernährungswissenschaftlerin und Journalistin. Den kritischen Blick sowohl für die herkömmliche Lebensmittelindustrie als auch für alles, was „grün“ oder „öko“ ist bekam sie durch die langjährige Mitarbeit in der Redaktion eines Frankfurter Verbrauchermagazins. Heute ist sie vor allem im Bereich Lebensmittel und Kindergesundheit für diverse Zeitschriften wie Öko-Test, Brigitte, Greenpeace-Magazin sowie Buchverlage tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Autor/in: Annette Sabersky
Verlag: Südwest Verlag
Umfang: 96 Seiten, vierfarbig
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN: 978-3-517-08239-4
Preis: 6,95 Euro
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