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Von ärztlicher Kunst und fatalem Pfusch09.06.2005
Ungebrochen boomt das Geschäft mit der Schönheit. Immer mehr Menschen investieren viel Geld für ein perfektes Äußeres. Parallel dazu wächst auch die Liste missglückter kosmetischer Eingriffe, da schönheitsbewusste Patienten häufig an unzureichend ausgebildete Ärzte geraten. So auch der ehemalige ARD-Tagesschau Sprecher Franz Laake. Er suchte im Anschluss an seine Moderatoren-Karriere nach neuen beruflichen Perspektiven vor der Kamera, etwa in einer Soap-Serie. Sein Aussehen entsprach jedoch nicht mehr seinem gefühlten Alter, was ihm indirekt auch die Absagen der Casting-Büros bestätigten. Aus diesem Grunde entschloss sich der Moderator vor fünf Jahren zu einem Facelifting mit katastrophalen Folgen. Ein Facharzt für plastische Chirurgie aus Berlin verpfuschte sein Gesicht. Seitdem gilt er als kamerauntauglich. Tiefe Furchen am Hals, Verwachsungen unter den Augen und entstellende Narben zwangen den Moderator zurück zu seinen beruflichen Wurzeln. Heute arbeitet er wieder als Hörfunk- und Hörbuchsprecher. Auf eine finanzielle Entschädigung wartet der 51-Jährige bis heute vergeblich. Auch die 31-jährige Claudia B. aus Moers verdeutlicht mit ihrer Leidensgeschichte die Bedeutung anspruchsvoller Lehre für ästhetische Chirurgen. Nach zwei misslungenen Fettabsaugungen an Oberschenkeln, Po und Knien im Jahr 2002 vergeht kaum ein Tag ohne Schmerzmittel. Neben einer Nervenschädigung in den Knien und dem daraus resultierenden permanenten Kribbeln, hinterließ der Eingriff eine Delle am Po sowie verwachsenes Haut- und Muskelgewebe an den Innenseiten der Oberschenkel. Hier entfernte der behandelnde Arzt zuviel Fett. „Wie viele Mediziner sich tatsächlich auf diesem Feld betätigen und was sie eigentlich qualifiziert, vermögen bislang nicht einmal die Ärztekammern zu benennen. Im Ärzterecht ist Schönheitschirurgie nicht definiert. So kann jeder zugelassene Arzt in Deutschland ohne über eine entsprechende Ausbildung zu verfügen, Schönheitsoperationen vornehmen“, erläutert Dr. Afschin Fatemi, der sich bereits seit Jahren für die Einführung kontinuierlicher Fortbildungspflicht und gleicher Ausbildungsstandards auf hohem Niveau einsetzt. So folgten auch in diesem Jahr wieder etwa 500 Mediziner seiner Einladung zum dritten S-thetic Circle, der sich vom 2. bis 5. Juni 2005 in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin (DGKZ) in Düsseldorf traf. Ziel des Zusammentreffens: Mehr Sicherheit für Patienten in der ästhetischen Chirurgie und der qualifizierte Nachweis operativer Fähigkeiten.
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