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Sonnenschutz – ein „Sommermärchen“31.05.2007
Endlich Sommer, ab in die Ferien, mit der ganzen Familie! Bleibt die Frage: Reicht da nicht auch ein Sonnenschutzmittel für alle? Vorsicht! Mit der Bezeichnung „Lichtschutzfaktor“ haben es die Hersteller bisher nicht sehr genau genommen. Und „Sunblocker“ – sind ein reiner Etikettenschwindel. Jetzt hat die Europäische Kommission neue Empfehlungen für eine klare, zuverlässige Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln formuliert. Darauf sollten Sie achten – besonders, um die Kleinsten vor Sonnenbrand zu schützen.Mit Lichtschutzfaktor (= LSF) 30 kann man schon nichts verkehrt machen – immerhin doch gleich 30-mal länger in der Sonne bleiben als ungeschützt? Welch ein Trugschluss! Genau genommen ist schon der Begriff „Lichtschutzfaktor“ irreführend. „Sonnenbrandschutzfaktor“ müsste es besser heißen, bezieht sich der Begriff LSF bislang nur auf den Schutz vor UVB-Strahlen: Das sind die, die zum Sonnenbrand führen. Gar nicht berücksichtigt wurden bisher die nicht minder gefährlichen UVA-Strahlen, also diejenigen mit Spätfolgen wie vorzeitiger Hautalterung, Schwächung des Immunsystem und, im schlimmsten Fall, Hautkrebs. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission eine verbesserte Kennzeichnung so genannter „Sonnenschutzmitteln“ gefordert. Eine Neuheit: Zur besseren Aufklärung der Verbraucher soll künftig auch der UVA-Filter auf dem Etikett zu finden sein. Außerdem sollen die Schutzkategorien insgesamt klarer definiert werden: Von „Basis“ (Lichtschutzfaktor 6-10) „mittel“ (LSF 15-25), „hoch“ (30 und 50) bis „sehr hoch“ (LSF 50plus). Und „Sunblocker“ sollte künftig gar nicht mehr auf der Tube stehen – einen 100-prozentigen Sonnenschutz gegen UV-Strahlung gibt es sowieso nicht. „Das Eincremen kann immer nur eine von mehreren Maßnahmen sein kann“, betont DAK-Ärztin Waltraud Pfarrer. Grundsätzlich gilt: Sonnenschutzmittel wirken ohnehin nur dann, wenn sie sehr gleichmäßig und dick aufgetragen werden. „Aber die Schutzdauer verlängert sich dadurch auch nicht“, warnt die Medizinerin. Und für die früher gängige Empfehlung, UV-Filter-haltige Präparate mindestens 20 Minuten vor dem Sonnenbad aufzutragen, um „sicher“ geschützt zu sein – gibt es keinerlei wissenschaftlichen Beweis! „Gerade für Säuglinge und Kleinkinder bieten herkömmliche Sonnenschutzmittel – oft entgegen anders lautender Herstellerangaben – überhaupt keinen ausreichenden Schutz“, sagt die DAK-Ärztin. Im Gegenteil: Gerade bei den Kleinsten sollten Präparate mit UV-Filtern äußerst zurückhaltend angewendet werden, weil sie durch die zarte Haut besonders leicht in den Körper eindringen, und Organe wie die Leber gegen den Abbau von Fremdstoffen noch gar nicht richtig gewappnet sind. Die DAK-Expertin: „Wenn überhaupt Sonnenschutzmittel für Kleinkinder, dann nur solche, die ausschließlich auf Grund von Pigmenten wirken, wasserfest sind und kein Parfüm enthalten.“ Wobei diese einen Sonnenhut und Nackenschutz für die Kleinen auf keinen Fall ersetzen. Und: „Dem direkten Sonnenlicht sollten sie am besten gar nicht ausgesetzt werden!“ Auch für die Großen gilt: Mit (lichtdichtem) T-Shirt und unter dem Sonnenschirm ist man vor den aggressiven Strahlen – gerade in der Mittagszeit! – am besten geschützt. Am Strand reflektiert der Sand bis zu 25 Prozent des UV-Lichts, da ist man selbst unter dem Schirm vor hoher Strahlenbelastung nicht sicher. Ergo: Bleiben Sie schön im Schatten, das ist der beste Garant für eine gesunde Urlaubsbräune – ganz ohne Nachspiel.
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