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Dentale Zeitreise12.02.2008
Bereits in frühester Zeit gab es Versuche, ausgefallene oder gezogene Zähne
zu ersetzen. Materialien dafür waren beispielsweise Elfenbein, Holz oder
Zähne von Tieren oder Verstorbenen. Diese wurden mit Drähten an den
gesunden Zähnen befestigt, konnten die Kaufunktion aber nicht ersetzen.
Davon abgesehen, lösten diese künstlichen Zähne, die bereits zu Zeiten der
Etrusker bekannt waren, oft schmerzhafte Entzündungen aus.
Im pakistanischen Balutschistan fanden Archäologen Schädel von Menschen aus
dem Neolithikum (vor 7500 bis 9000 Jahren), deren Zähne eindeutige Spuren
von Bohrungen aufwiesen. Dies ist somit der älteste Hinweis auf
zahnmedizinische Behandlungen.Antike Auch in der Antike wurde Zahnpflege betrieben – mit Hilfe der Finger, Pflanzenextrakten und Kauhölzern. Wer allerdings in frühesten Zeiten Karies hatte, hatte es nicht leicht. Es gab nur zwei Möglichkeiten: Entweder er hielt die quälenden Schmerzen standhaft aus oder er trat den Gang zum sogenannten Zahnbrecher an, um den schmerzenden Zahn nicht gerade sanft herauszubrechen. Bimsstein im alten Rom Von Land zu Land unterschied sich die Mundhygiene. So brachten Römer ihre Zähne mit pulverisiertem Bimsstein und Marmorstaub zum Glänzen, die Griechen reinigten ihre Zähne mit einem rauen Leintuch und in Mesopotamien mischte man Minze, Alaun und Baumrinde zu einem Zahnputzmittel. Mittelalter Im 9. Jahrhundert gab es in der arabischen Medizin bereits erste Schritte von weitergehenden Zahnbehandlungen, wie bspw. das Abtöten des schmerzenden Zahnnervs mit heißem Öl oder glühenden Nadeln. Im Mittelalter wurden in Europa hierfür heiße Eisenhäkchen verwendet. Das führte immerhin zur Beendigung des Zahnschmerzes, auch wenn das Loch weiterhin vorhanden war. Als Verursacher für die schwarzen Löcher in den Zähnen wurde lange ein Zahnwurm angenommen. Dieser und die Schmerzen sollten durch die Inhalation von verbrannten Bilsenkrautsamen, die halluzinogen und betäubend wirken, vertrieben werden. Zähne ziehen – ein Job für jedermann Im Mittelalter gab es noch keine Zahnärzte im klassischen Sinne – es fühlten sich aber viele befugt, Zahnschmerzen zu behandeln: vom Barbier, dem Gliedereinrenker, dem Apotheker über den Hufschmied bis hin zu den „weisen alten Frauen“. 18. Jahrhundert Erst im 18. Jahrhundert wurde in Europa ein Vorläufer der heutigen Zahnbürste entwickelt – hierzu wurden Schweine- oder Pferdeborsten gekocht und an einen Stiel geklebt. Allerdings waren diese Zahnbürsten nur in den gehobenen Gesellschaftsschichten bezahlbar. Ab Ende des 18. Jahrhunderts gab es auch erste Meldungen über künstliche Porzellangebisse, aber erst im 19. Jahrhundert konnte man mit Kautschuk auch funktionierenden Zahnersatz für die breite Masse herstellen. Zahnpflege reine Frauensache Bis zum 19. Jahrhundert war Zahnpflege reine Frauensache. Männer, die sich die Zähne putzten, wurden als dekadent bezeichnet. Erst später begann die Zahnpflege allmählich für alle ein fester Bestandteil der Körperpflege zu werden. 20. Jahrhundert Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es möglich, Zahnbürsten mit Kunststoffborsten und Zahnpasta herzustellen. Die maschinelle Fertigung machte die Produkte billiger und für mehr Menschen erschwinglich. Die Kariesverbreitung konnte so deutlich eingedämmt werden. Im Bereich Zahnersatz wurde mit Materialien wie Gold, Silber, Platin, Kautschuk und Keramik experimentiert dann wurde erstmals Titan in einem Experiment als mögliche Alternative für gewisse Formen der Zahnbehandlung (Implantate) entdeckt. Weiterentwicklungen in der Zahnmedizin gab es Ende des 20. Jahrhundert als neue Betäubungsmittel, Bohrmaschine und Röntgenstrahlen eingesetzt werden konnten. Quelle: proDente e.V.
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